Hämolytisch-uremisches Syndrom: Hilft Eculizumab gegen EHEC-Infektion?

Das hämolytisch-uremische Syndrom (HUS) zählt zu den schwerwiegenden Komplikationen, die mit der momentan umgehenden EHEC-Infektion einhergehen. Wissenschaftler haben nun entdeckt, dass der Antikörper Eculizumab möglicherweise hilfreich bei der Therapie gegen das Syndrom sein kann.

Hämolytisch-uremisches Syndrom - Kinder sehr häufig betroffen ©Flickr/MicGloWal

Ein Forscherteam aus Heidelberg hat entdeckt, dass dieser Antikörper bei Kindern, die an einer EHEC-Infektion und dem damit einhergehenden HUS leiden, eine erfolgreiche Therapie darstellt. Im Jahr 2010 behandelten Ärzte erfolgreich drei erkrankte Kinder. Nun hoffen sie, dass diese Therapie auch bei Erwachsenen den gewünschten Erfolg mit sich bringt.

Hämolytisch-uremisches Syndrom – Folge einer EHEC-Infektion

Das hämolytisch-uremische Syndrom tritt in Folge einer EHEC-Infektion auf und stellt eine schwerwiegende Komplikation dar. Die Betroffenen leiden dabei an einer Störung der Nierenfunktion. Im Besonderen sind davon Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Das Forscherteam hofft nun, dass die Therapie mit Eculizumab auch bei Erwachsenen von Erfolg gekrönt ist.

Eculizumab ist seit dem Jahr 2007 zugelassen und findet im Rahmen der Behandlung einer äußerst seltenen Blutkrankheit sowie eines ebenfalls seltenen und angeborenen hämolytisch-uremischen Syndroms Verwendung. US-amerikanische Wissenschaftler hatten bereits vor zwei Jahren darüber berichtet, dass eine Behandlung mit dem Antikörper bei erkrankten Kindern für eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes sorgte.

Hämolytisch-uremisches Syndrom – Antikörper unterbindet Zerstörung von Blutzellen

An der Krankheit leidende Personen unterliegen oft einem Nierenleiden und schweren neurologischen Komplikationen. Franz Schaefer, der Leiter der Pädiatrischen Nephrologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Heidelberg teilte mit, dass nach einem mehrmaligen erfolglosen Austausch des Blutplasmas bei den Patienten Eculizumab zum Einsatz kam. Schon 24 Stunden nach der ersten Infusion verbesserte sich der Zustand der Kinder merklich. Die drei so behandelten Kinder erholten sich und wiesen auch nach sechs Monaten keine Folgeschäden auf.

Eculizumab – Hilfe bei EHEC-Infektion

Die Forscher haben sich dafür entschieden, den monoklonalen Antikörper Eculizumab im Rahmen einer EHEC-Therapie einzusetzen, da er die damit einhergehende zerstörerische Kraft der Immunreaktion abschwächt. Dieser Antikörper bindet sich an das Protein C5, welches unter anderem für die Zerstörung der Blutzellen und unangenehmen Schmerzen verantwortlich ist.

Die Wissenschaftler haben die Hoffnung, dass dieser Umstand den an EHEC und dem hämolytisch-uremischen Syndrom leidenden Personen nun zugute kommt und dass diese Therapieform auch bei Erwachsenen den gewünschten Erfolg bringen wird.

Mediziner

Comments (1)

  1. Ingrid sagt:

    Also man kann nur hoffen, dass Eculizumab gegen die EHEC Infektion hilft. Ich finde die Entwicklung in Deutschland gerade sehr beängstigend. Viele meiner Freunde und auch ich sind sehr verunsichert, denn wir sind leidenschaftliche Salat – Esser und haben Angst davor, auch von EHEC getroffen zu werden..