Beiträge vom: März, 2008

Autor: Michael

Vaginale Pilzinfektionen, d.h. die Infektion der Vagina mit Hefen, ist weit häufiger, als gemeinhin angenommen wird: Rund drei Viertel aller Frauen sollen nach Schätzungen mindestens einmal im Leben von einer derartigen Infektion betroffen sein. Was verursacht die vaginale Pilzinfektion - und wie kann man ihr vorbeugen?

Ursache

Eine ganze Reihe von Pilzen gehören zur gewöhnlichen Scheidenflora und sind im Prinzip ungefährlich. Wird allerdings der pH-Wert der Vaginalschleimhäute neutralisiert, können die Pilze sich unter Umständen kurzfristig stark vermehren.

Grundsätzlich hat die Vagina einer geschlechtsfähigen, gesunden Frau einen pH-Wert im Bereich von 4-4,5; sie ist also sauer. Wird dieser Wert aus irgendwelchen Gründen auf bis zu 5,5 erhöht, sind die Schleimhäute pH-neutral. Das begünstigt das Wachstum von Pilzen.

Der pH-Wert der Vagina kann von verschiedenen Seiten beeinflusst werden: Mangelnde (oder übertriebene) Hygiene bzw. die falschen Mittel, enge Kleidung, Stress, ein geschwächtes Abwehrsystem, Geschlechtsverkehr sowie bestimmte Medikamente können den pH-Wert der Vaginal-Schleimhäute empfindlich beeinflussen.

Vorbeugung

Zur Vorbeugungen von Vaginalmykosen sollte alles vermieden werden, was den pH-Wert der Vaginal-Schleimhäute neutralisieren kann. Dazu gehören Bade- und Massageöle, Duschcremes, Desinfektionsmittel, bestimmte Verhütungsmittel und Medikamente (auf dem Beipackzettel zu vermerken), enge und luftundurchlässige Kleidung; und natürlich darf auch der Genitalbereich des Sexualpartners nicht mit solchen Mitteln in Berührung gekommen sein. Die Anwendung von Intimwaschlotionen, die gewöhnlich einen relativ geringen pH-Wert aufweisen, kann nützlich sein.

Vaginalmykosen treten im Prinzip relativ häufig auf - man spricht nur nicht darüber. Betroffene sollten umgehend einen Gynäkologen aufsuchen um eine erfolgreiche und rasche Therapie zu gewährleisten.    [...mehr]


Autor: Michael

Ein Myom ist ein gutartiger Muskeltumor, der durch Östrogene im Körper von Frauen im gebährfähigen Alter entstehen kann. Mädchen vor der Pubertät sind nicht betroffen, und nach der Menopause können Myome nicht weiter wachsen; manchmal schrumpfen sie sogar ein.

Myome sind übrigens nichts Ungewöhnliches: Mediziner gehen davon aus, dass rund 25% aller Frauen nach dem 30. Lebensjahr Uterusmyome haben - allerdings verursachen die Tumore nur bei einem Viertel der betroffenen Frauen Beschwerden aus, die behandelt werden müssten.

Ob ein Myom die Gesundheit beeinträchtigt oder nicht, hängt von seiner Lage und Größe ab. Unter Umständen können Myome verstärkte Regelblutungen, Beschwerden beim Wasserlassen, beim Stuhlgang sowie beim Geschlechtsverkehr und gelegentlich auch Glieder- und Rückenschmerzen verursachen. In seltenen Fällen führen sehr ausgeprägte Myome zur Sterilität.

Eine Schwangerschaft kann von Myomen wesentlich beeinträchtigt werden; in den meisten Fällen empfehlen Ärzte einen Kaiserschnitt. Wenn ein Myom starke Beschwerden verursacht, kann es mittels verschiedener Methoden, gegebenenfalls auch operativ, entfernt werden. Aber in der Regel ist das nicht nötig - drei Viertel aller Myome lassen sich gar nicht bemerken.    [...mehr]


Autor: Michael

In neunzig Prozent aller Fälle dürfen Sie davon ausgehen, dass ein Fragezeichen im Titel eines Artikels rhetorisch gemeint ist. Nicht anders im vorliegenden Fall: Skorbut ist alles andere als eine Fußnote in der Schifffahrts- und Kreuzfahrergeschichte. Das - übrigens aus dem Germanischen stammende - Wort bezeichnet eine Vitamin-C-Mangelerkrankung und damit die wohl gefährlichste Vitaminmangel-Erkrankung überhaupt.

Bis weit ins achtzehnte Jahrhundert war Skorbut der Schrecken aller Seemänner; jene verzehrende, unaufhaltsame Krankheit, die gleichsam aus dem Nichts nach mehreren Monaten auf See unter den Schiffsbesatzungen auszubrechen und einen großen Teil derselben hinzuraffen pflegte. Skorbut äußerte sich zunächst in andauerndem Zahnfleischbluten und Verwachsungen im Zahnfleisch, später kamen Fieberkrämpfe, Gelenkentzündungen und chronischer Durchfall hinzu. Vor 1756 endete die Krankheit, die auch während der Kreuzzüge in belagerten Städten ausgebrochen war, nicht selten tödlich. In besagtem Jahr beobachtete der britische Arzt James Lind, dass Zitursfrüchte dem Ausbruch der Erkrankung offensichtlich vorbeugten. Zwar war er noch fern davon, die Ursachen des Skorbut zu entdecken - ein wirksames Mittel dagegen hatte er aber gefunden. Und eine der größten Gefahren der Seefahrt, von der immerhin schon Plinius und Hippokrates berichtet hatten, war weitgehend gebannt.

Tatsächlich bedeutet Skorbut (oder Möller-Barlow-Syndrom) einen eklatanten Vitamin-C-Mangel. Lind lag mit seinen Zitrusfrüchten also ganz richtig. Fortan versorgten sich Matrosen mit Limettensaft; den Spitznamen “Limey” haben sie im Englischen noch heute inne. Heute kann dank moderner Konservierungstechniken einem Vitaminmangel auf hoher See vorgebeugt werden. Dennoch ist Skorbut nach wie vor eine immer wieder auftretende Krankheit, die besonders in Ländern der Dritten Welt weiterhin bedrohliche Ausmaße annimmt. Meist wird sie durch Mangelernährung verursacht. In Europa dagegen tritt sie so gut wie gar nicht mehr auf; zuletzt wurden Skorbuterkrankungen in größerem Umfang in den Arbeitslagern der Nazis und in Stalins Gulags registriert. Gelegentlich trat Skorbut freilich in ländlichen Regionen während langer Wintermonate auf.    [...mehr]


Autor: Michael

Die Schilddrüse ist den meisten ein Begriff - wegen der zahlreichen Schilddrüsenerkrankungen, die besonders in der westlichen Welt sehr weit verbreitet sind. - etwa Jodmangel, bei dem sich ein markanter Kropf entwickelt. Wo die Schilddrüse eigentlich sitzt, kann schon nicht mehr jeder beantworten: Die “Glandula thyroidea” sitzt beim Menschen am Hals, vor der Luftröhre. Ihre Gestalt wird häufig mit einem Schmetterling verglichen; sie ist vergleichsweise klein und kann bei Frauen ein Gesamtvolumen von 18ml, bei Männern 25ml erreichen.

Die Schilddrüse ist eine der wichtigsten Hormondrüsen des menschlichen Körpers. Die in ihr produzierten Hormone beeinflussen vor Allem das Wachstum, sowohl des gesamten Organismus als auch speziell der Knochen. Die jodhaltigen Hormone beeinflussen außerdem den Energiestoffwechsel des Körpers.

Es gibt zahlreiche Schilddrüsenerkrankungen bzw. -fehlfunktionen, die alle den Hormonhaushalt des Körpers empfindlich beeinflussen können. Grundsätzlich können sie unterschieden werden in Entzündungen, tumorartige Krankheiten, Neubildungen, Entwicklungsstörungen. Je nachdem tritt eine Unter- oder Überfunktion der Hormondrüse mit entsprechenden Folgen ein.

Die meisten Erkrankungen der Schilddrüse können heute zuverlässig und sicher therapiert werden; gegebenenfalls kann der Hormonhaushalt medikamentös ausgeglichen werden. In den folgenden Tagen werde ich ein paar Einführungstexte in die häufigsten Schilddrüsenerkrankungen posten.    [...mehr]


Autor: Michael

Rund ein Viertel aller Erstschwangeren sind von Gestations- oder Schwangerschaftshypertonie betroffen. Der Bluthochdruck ist, wie Wissenschaftler aus Erlangen vor rund zehn Jahren herausfanden, nervlich bedingt, aber gefährdet keinesfalls die Gesundheit der Schwangeren.  Seine definitiven Ursachen sind aber bis heute noch nicht erschöpfend erforscht. Die Medizin geht davon aus, dass der Schwangerschaftsbluthochdruck durch die deutlich erhöhte Blutmenge im Kreislauf der Schwangeren (etwa 40% mehr) und die damit einhergehende wesentliche Umstellung des Stoffwechsels bedingt wird. Unmittelbar verursacht wird der Bluthochdruck während der Schwangerschaft durch eine Gefäßverengung, die auch das Wachstum des Kindes verlangsamt. Gelegentlich kann Gestationshypertonie auch Frühgeburten verursachen.

Der Schwangerschaftsbluthochdruck setzt gewöhnlich nicht vor der 20. Woche ein und sollte spätestens zwei Wochen nach der Entbindung verschwunden sein. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehschwäche und erhöhter Harndrang. Mit dem Urin wird vermehrt auch Eiweiß ausgeschieden. Gestationshypertonie lässt sich nur symptomatisch therapieren; meistens ist das aber nicht nötig. Grundsätzlich sollten Schwangere darauf achten, sich nicht zu sehr körperlich anzustrengen und sich der Schwangerschaft angemessen ernähren. In der Regel ist ein Schwangerschaftsbluthochdruck vorübergehend und ungefährlich; sicherheitshalber mag es natürlich ratsam sein, einen Arzt beim Auftreten der genannten Symptome zu konsultieren.    [...mehr]


Autor: Michael

Allgemeines zur “Gürtelrose” - und ein Ausblick auf neue Behandlungsmethoden.

Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, die einen schmerzhaften Hautausschlag verursacht. Sie wird durch das Herpesvirus Varizella-Zoster übertragen; die meisten Menschen werden schon in der Kindheit infiziert - dann verursacht das Virus die Windpocken.

Die meisten Betroffenen sind nach einmaliger Windpocken-Erkrankung im Kindesalter immun gegen den Krankheitserreger. Das Virus bleibt latent im Körper, aber nur in seltenen Fällen - etwa bei starker Immunschwäche oder, wie man neuerdings annimmt, durch starken Stress - kann es sich zur sogenannten “Gürtelrose” entwickeln. Das Nervengewebe entzündet sich. Während der Inkubationszeit, die in der Regel etwa zwei Wochen beträgt, wurden Symptome wie Müdigkeit, allgemeines Unwohlsein und Übelkeit beobachtet, in erster Linie aber ein starkes, schmerzhaftes Brennen an den betroffenen Hautstellen. Wenige Tage nach dem Auftreten der ersten Schmerzen röten sich entzündete Hautpartien, es bilden sich kleine Knötchen und schließlich Bläschen, die eine eitrige, infektiöse Flüssigkeit enthalten.

Am Häufigsten sind Brust- und Rückenbereich betroffen. Der Name “Gürtelrose” rührt von der streifen-artigen Ausbreitung der Entzündung am Rumpf. Allerdings kann Herpes Zoster auch nahezu alle anderen Hautpartien befallen: Sowohl Arme und Beine, als auch Kopf, Genitalien, Hände und Füße. Besonders gefährlich ist Zoster ophthalmicus, bei dem Gesicht und Augen betroffen sind. Wird hier nicht frühzeitig mit Virostatika behandelt, kann die Erkrankung den Augen gefährlich werden. Ferner bezeichnet Zoster generalisatus einen Befall des gesamten Nervensystems. Dieser tritt aber sehr selten auf und setzt ein allgemein sehr stark geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch Leukämie, AIDS oder Krebserkrankungen, voraus.

Die oben erwähnte Behandlung mit Virostatika ist in den meisten Fällen nicht erforderlich. Bei partiell beschränkter Erkrankung und ansonsten unbeeinträchtigtem Immunsystem reicht gewöhnlich eine lokal begrenzte Behandlung mit Zink-Schüttelmixtur.

2008 wird ein Impfstoff in Deutschland eingeführt.

Der Impfstoff “Zostavax” soll die Erkrankungsgefahr um mehr als die Hälfte reduzieren. Er wurde vor zwei Jahren in den Vereinigten Staaten zugelassen; 2008 soll er auch in Deutschland - besonders für Personen über 60 Jahren - eingeführt werden. Tatsächlich scheint “Zostavax” die Erkrankungsgefahr um bis zu 61% zu verringern.

Weitere hilfreiche Tipps über Ursachen, Sympthome und Heilverfahren könnt ihr bei Netdoktor nachlesen.    [...mehr]


Autor: Michael

17 teils prominente Ärzte haben in der vergangenen Woche Kunstfehler eingeräumt, und damit ein Tabu gebrochen, das in der Ärztewelt zwar durchaus keines ist, außerhalb aber für einige Aufregung sorgte. Dementsprechend skandalös titelte die Bild-Zeitung und ritt den Dämon kollektiver Behandlungsängste.

Nicht ganz zu Unrecht, natürlich: Denn die Zahl der Behandlungsfehler (oder, in der Presse, “Kunstfehler”) ist offenbar weit höher anzusetzen, als dies bisher getan wurde. Das hat aber nicht notwendigerweise etwas mit unqualifizierten Medizinern zu tun, sondern schlicht mit einer rigorosen Überschätzung des Ärztestands insgesamt.

Jetzt mal ehrlich: Überrascht jemanden die Erkenntnis, dass - und in welchem Maße - Kunstfehler unterlaufen - angesichts der (finanziellen) Zustände der Krankenhäuser? Angesichts hoffnungslos über-buchter Ärzte? Angesichts rigider Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst? Die Krankenkassenbeiträge steigen konstant, indessen die Erstattungen immer weiter reduziert werden.

Die Medizin hat wenig mit der Mär vom “Halbgott in Weiß” zu tun. Schockiert zu sein von den Bekenntnissen der 17 Mediziner, und gleichzeitig jahrelang den Geldhahn abdrehen - das ist schon irgendwie schizophren.    [...mehr]