Zeckenbisse und ihre Gefahren. Borreliose und Meningoenzephalitis.

Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm auch die Ferien.

Der eine fährt vergnügt ans Meer, während der andere lieber auf ausgedehnten Waldspaziergängen dem Urlaubsvergnügen frönt.

Doch eines haben beide gemeinsam. Zecken gibt es fast überall zumindest solange man sich diesseits des Äquators befindet.

In der Öffentlichkeit scheinen daher Verwirrung und Hysterie über Zeckenbisse nur noch von der Vogelgrippe übertroffen zu werden. Wer sich nicht impfen lässt ist todgeweiht! Bringen wir also einmal Licht ins Dunkel der Materie.

Zecken sind in der Lage zwei für den Menschen gefährliche, grundverschiedene Krankheiten zu übertragen.

Die erste heißt Lyme-Borreliose und wird von mir in diesem Artikel behandelt. Die zweite heißt Frühsommer-Meningoenzephalitis und wird von mir in Kürze in einem eigenen Thread abgehandelt.

Zeckenbiss, Erythema chronicum migrans @ CDC/ James Gathany

Die Lyme-Borreliose oder auch einfach nur Borreliose wird von einem Bakterium verursacht. Sie ist die häufigere der beiden Krankheiten und wird in ganz Deutschland am häufigsten im Frühling und im Sommer beobachtet. Allerdings ist die Infektion nicht an diese Jahreszeiten gebunden. Die Durchseuchungsrate einheimischer Zecken reicht von einer in Fünf in manchen Teilen Süddeutschlands bis zu einer in Dreihundert. Die Krankheit verläuft klassischer Weise in Drei Stadien. Im ersten Stadium entsteht ca. 4-8 Wochen nach dem Zeckenbiss ein Ausschlag (Erythema chronicum migrans) um die Bissstelle der sich langsam ausbreitet bis er etwa faustgroß ist. Dieser Ausschlag kann sich spontan zurückbilden oder auch für Monate bestehen bleiben. Das Zweite Stadium beginnt für gewöhnlich weitere 3 Wochen nach Anfang der ersten Symptome. Es ist gekennzeichnet durch grippeartige Symptome sowie Herz und Nervenproblemen. Unbehandelt geht die Krankheit gelegentlich in ein drittes, chronisches Stadium über das eine schwerwiegende Hirnhaut- und Gehirnentzündung hervorrufen kann. Alles in allem also keine besonders angenehme Sache. Da wir allerdings nicht mehr im fünfzehnten Jahrhundert, sondern im Zeitalter der Antibiotika leben ist auch diese Krankheit inzwischen behandelbar. Allerdings ist die Therapie nicht immer sofort erfolgreich und muss über mindestens 14 Tage verabreicht werden. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung! Impfen kann man sich nur gegen die andere von Zecken übertragene Krankheit, Meningoenzephalitis. Man sollte bei Waldspaziergängen also besser nicht im Miniröckchen rumhüpfen und falls man doch einmal gebissen wird die Zecke sofort vorsichtig entfernen!

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Comments (4)

  1. Brettschneider sagt:

    Zur Borreliose habe ich folgende Erfahrungen gemacht:
    – vom Arzt nicht erkannt
    – durch Zufall durch einen Hautarzt gefunden
    – Doxy 28 Tage – Verschlimmerung des Zustandes
    – mit Ceftriaxon (3 Wo. i. V.) weitere aktive
    Borrelien (Stufe II/III)
    – Coll. Silber und Vitamine/hochdosiert und
    Kardetee 1 Jahr lang
    keine aktiven Borrelien
    – Antikörper gehen langsam zurück
    – Entgiftung mit Bilogo-Detox
    weiterhin B-Vitamine/hochdosiert
    – Entzündungen gehen zurück
    – Aufbau Immunsystem unerläßlich, da Schädigungen des Immunsystems durch Infusionen mit Ceftriaxon, erhöhte Leberwerte, Nierenentzündungen, Darmentzündungen (sicherlich auch durch Pilze hervorgerufen)
    – Jetzt Abwarten – allg. Zustand nach 1/4 Jahr
    Abzuwarten bleibt nun der Rückgang der Antikörper über Jahre hinweg.
    Frau Brettschneider

  2. Margarete Pelzer sagt:

    Hallo, ich habe seit 2001 Borreliose. Anfangs nicht behandelt und jetzt seit ca 2 Monaten mit Kardewurzeltinktur.
    Antibiotika bekam ich vor 2 Jahren, hat momentan geholfen, ist mir aber dann immer schlechter gegangen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Kardewurzel-tinktur hilft, manchmal geht es mir supergut, dann wieder superschlecht (in 1. Linie psychisch)

  3. Josef sagt:

    Das Schlimme ist, das teilweise die Borreliose als Modekrankheit abgetan wird. Viele Ärzte orientieren sich immer noch an den amerikanischen Leitleinen, die zwar vom Generalstaatsanwalt aus Connecticut überprüft wird, die aber eine chronische Borreliose als Krankheit nicht anerkennen soll.

  4. Lisalina sagt:

    Hallo,

    leider wird das, was hier zum Thema Therapie steht, von der Wirklichkeit ein wenig eingeholt. Sie schreiben u. a. :“Da wir allerdings nicht mehr im fünfzehnten Jahrhundert, sondern im Zeitalter der Antibiotika leben ist auch diese Krankheit inzwischen behandelbar. Allerdings ist die Therapie nicht immer sofort erfolgreich und muss über mindestens 14 Tage verabreicht werden.“

    Das Justizministerium des US-Bundesstaats Connecticut hat die med. Leitlinien zur Lyme-Borreliose im Sommer letzten Jahres „kassiert“ und sie werden neu überarbeitet werden müssen. 9 der 14 Leitlinien-Autoren unterhielten verschwiegene Beziehungen zu Versicherungsgesellschaften, Impfstoffherstellern u. a. Fakt ist: Lyme-Borreliose geht viel zu häufig ins chronische Stadium über, da Ärzte aufgrund der unspezifischen Symptomatik eine Lyme-Borreliose im entscheidenden Zeitfenster nicht erkennen. Und wenn sie sie erkennen, wird häufig zu kurz und zu unterdosiert therapiert (den korrumpierten Leitlinien sei Dank!). Nach Ko-Infektionen wird meist auch nicht gefahndet, obwohl sie nicht ungewöhnlich sind.
    Man kann nur davor warnen, die Lyme-Borreliose zu verharmlosen. Sie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die aus vielen Gründen häufig zu spät diagnostiziert und dann auch noch unzureichend behandelt wird.