Verhütung im Quartalsrhythmus – was taugt die Dreimonatsspritze?

Die Dreimonatsspritze verspricht langanhaltenden Verhütungsschutz mit einem geringen Aufwand. Doch stellt sie wirklich die bessere Alternative zur Antibabypille dar?Die Pille, ein Kondom und andere Verhütungsmittel

Einfache Handhabung bei der Verhütung

Rund dreißig Euro kostet eine Injektion der Depotspritze. Frauen über 20 Jahre müssen für die Kosten selbst aufkommen. Damit unterscheidet sich die Dreimonatsspritze preislich kaum von der Anti-Baby-Pille. Die Injektionen erfolgen durch den Arzt alle acht bis zwölf Wochen intramuskulär in den Oberarm oder in das Gesäß. Im Gegensatz zur Pille enthalten die Spritzen jedoch kein Östrogen, sondern lediglich das Hormon Gestagen. Dieses hemmt den Eisprung und verdickt den Schleim der Gebärmutter derart, dass Spermien nicht mehr eindringen können. Somit eignet sich die Dreimonatsspritze vor allem für Frauen, die Östrogen nicht vertragen. Daneben liegt der unschlagbare Vorteil darin, dass man nicht jeden Tag an die Verhütung denken muss. Mit einem kleinen Pieks ist ersteimal für drei Monate Ruhe.

Die Nebenwirkungen dauern so lange an, wie sich der Wirkstoff im Blut befindet

Da die Wirkung möglichst lange anhalten soll, ist die Hormondosis in den Depotspritzen weitaus höher als in der handelsüblichen Anti-Baby-Pille. Das führt natürlich im ersten Moment zu einer Art Überdosis und wirbelt den gesamten Hormonhaushalt durcheinander. Entsprechende Nebenwirkungen schlagen sich in Kopfschmerzen, Akne, Ödemen, fehlender Libido oder Depressionen nieder. Häufig treten daneben Zwischenblutungen und Schmerzen in den Brüsten auf. Die Beschwerden verschwinden jedoch nicht sofort mit dem Absetzen der Injektionen. Bis sich der Zyklus wieder normalisiert hat, können Monate vergehen. Dementsprechend kann es, je nach Dauer der Anwendung, bis zu zwei Jahre dauern, bis eine Schwangerschaft möglich ist.

Nicht für jede Frau geeignet

Für Frauen, die an Diabetes, Bluthochdruck, Venen- oder Lebererkrankungen leiden, ist die Dreimonatsspritze nicht geeignet. Ebenso wie bei der Pille, kann auch hier die Einnahme von Antibiotika die verhütende Wirkung beeinträchtigen. Auf die Depotspritze sollten wirklich nur Frauen zurückgreifen, bei denen die Familienplanung bereits abgeschlossen ist oder die keine andere Verhütungsmethode vertragen.

IMG: Sven Hoppe – Fotolia

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