Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Symptome und Therapie

Nach einem schlimmen Erlebnis ist es oft sehr schwer, wieder in die Realität zurückzukehren. Wenn diese Rückkehr jemandem sehr, sehr schwer fällt, wird oft von einer posttraumatischen Belastungsstörung gesprochen. Doch wann liegt diese tatsächlich vor?

Katastrophe @Flickr/cyanocorax

Einer posttraumatischen Belastungsstörung geht immer eine Katastrophe voraus, die meistens von Menschen ausgelöst ist. Die Erinnerung und die erlebte Hilflosigkeit lassen den Betroffenen die Welt danach viel bedrohlicher wahrnehmen, als sie ist. Das führt zu vielen Einschränkungen im Alltag und einem großen Verlust an Lebensfreude.

Die Symptome von PTBS

Eine posttraumatische Belastungsstörung kann nur vorliegen, wenn ihr ein Trauma vorangegangen ist, also ein Unfall, irgendeine Form der Gewaltausübung oder auch die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit. Aber auch das Miterleben von etwas Schrecklichem kann eine PTBS auslösen.

Betroffene reagieren auf verstörende Ereignisse oft sehr unterschiedlich. Meistens ist den Betroffenen gemeinsam, dass sie von dem Erlebten verfolgt werden, das heißt, viel daran denken und davon träumen. Sie fühlen sich hilflos und merken, dass ihre Weltsicht erschüttert ist.

Oft haben von einer posttraumatischen Belastungsstörung Betroffene eine ungewöhnlich hohe Toleranz Schmerzen gegenüber. Außerdem spüren sie, dass ihr Körper ständig in Alarmstellung ist, was sich in Schlafstörungen, Reizbarkeit, Wutausbrüchen und Schreckhaftigkeit äußert. Viele Betroffene reagieren mit sozialem Rückzug und fühlen, dass sie die Verbindung zur Welt verlieren. Dinge, die vorher geliebt wurden, verlieren an Wichtigkeit.

Posttraumatische Belastungsstörung: Ist Selbsthilfe möglich?

Opfern von PTBS wird oft fälschlicherweise eine Depression oder Angststörung diagnostiziert. Das ist fatal, denn die posttraumatische Belastungsstörung wird unterschiedlich behandelt. In der Therapie stehen das Trauma und der Umgang damit im Vordergrund. Betroffene werden in einer Verhaltenstherapie mit dem Erlebten konfrontiert und lernen, damit umzugehen und sich wieder in Situationen zu begeben, vor denen sie vorher aufgrund des Traumas Angst hatten.

Ein Betroffener sollte unbedingt einen Therapeuten aufsuchen, aber er kann sich bis zu einem gewissen Grad auch selbst helfen. So kann er sich nach und nach mit Situationen konfrontieren, die er vorher gemieden hat, weil sie ihn an das Erlebte erinnern. Er kann außerdem mit Vertrauten über das Erlebte sprechen und auf genügend Sicherheit in seinem Leben achten. Entspannungstechniken helfen Betroffenen gegen den Zustand der erhöhten Alarmbereitschaft.

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