Mit milden Temperaturen startet die Zeckensaison

Berlin – Zecken lauern im Unterholz, in Büschen oder in hohem Gras. Die lästigen Blutsauger werden schon bei niedrigen Plusgraden aktiv und können Krankheitserreger übertragen.

Meist hat ein Zeckenstich aber keine gesundheitlichen Folgen. Und es gibt ja auch Möglichkeiten, sich etwa durch geeignete Kleidung zu schützen.

Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland?

Am häufigsten kommt der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) vor. Er kann verschiedene Krankheitserreger übertragen, vor allem
Lyme-Borreliose, eine Bakterieninfektion, oder die von Viren verursachte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Wo kann ich von den Spinnentieren befallen werden?

Überall in der Natur – in Wäldern, Wiesen, Parks und Gärten.
Zeckenbevorzugen eine
feuchte Umgebung. Sie können nicht springen und fallen auch nicht von Bäumen herab, sondern klettern auf Grashalme und Gebüsch. Streift man den Winzling im Vorbeigehen, klammert er sich fest.

Wie sieht es mit der Infektionsgefahr aus?

Die Lyme-Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Erkrankung in Deutschland. Schätzungen gehen von mehreren Zehntausend Neuerkrankungen pro Jahr aus, die Diagnose ist schwierig. Die Gefahr, sich mit FSME anzustecken, ist wesentlich geringer. Etwa 300 Menschen erkranken Experten zufolge jedes Jahr daran. Während die FSME vor allem in süddeutschen
Risikogebieten auftritt, kann sich die Lyme-Krankheit im ganzen Land entwickeln.

Sticht die Zecke sofort zu?

Nein. Sie krabbelt zunächst längere Zeit auf dem Körper umher, um eine geeignete Stelle zu finden. Deshalb sollte man gleich nach dem Aufenthalt in einem möglichen Zeckengebiet vor allem Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Armbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen absuchen.

Und wenn sich schon eine Zecke festgebissen hat?

Die Zecke sollte möglichst schnell mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange herausgezogen werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Tiere können mehrere Tage lang Blut saugen. Zu einer Borreliose-Infektion kommt es innerhalb der ersten zwölf Stunden nach dem Stich nur selten. Die Borrelien sind im Darm der Zecke, und es dauert eine Weile, bis sie nach draussen gelangen. FSME-Viren werden dagegen schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich übertragen.

Wie sind die Symptome?

Treten nach einem Zeckenbiss Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder Abgeschlagenheit auf, kann das auf Borreliose hindeuten. Ein charakteristisches Merkmal ist zudem eine sogenannte Wanderröte: eine sich ringförmig ausbreitende Hautrötung. Später können Nervenlähmungen, Hirnhautentzündungen oder entzündliche Schwellungen der Knie- und Sprunggelenke auftreten. Auch eine FSME-Infektion äußert sich zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und kann zu einer Entzündung der Hirnhaut, des Hirns oder des Rückenmarks führen.

Kann man sich vorbeugend impfen lassen?

Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung, sie ist aber gut mit Antibiotika zu behandeln. Gegen FSME kann man sich dagegen impfen lassen. Der Schutz ist vor allem für Menschen in Risikogebieten wichtig, denn FSME lässt sich nicht wirksam behandeln.

Zecken-Gefahr vorbeugen: So läuft die FSME-Impfung ab

Eine Impfung gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) empfiehlt sich für alle, die in einem entsprechenden Risikogebiet leben. Dazu rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Die Standardvariante sieht drei Impftermine vor. Zwischen der ersten und zweiten Dosis liegen ein bis drei Monate, zwischen der zweiten und dritten fünf bis zwölf Monate. Dafür hält der Schutz dann mindestens drei Jahre. Zwei Impfdosen schützen bereits zu 98 Prozent, der Schutz hält dann aber nur ein Jahr.

Wer eine Reise in ein FSME-Gebiet plant und nicht so viel Zeit hat, kann eine Schnellimpfung in Erwägung ziehen. Hierbei sind zwei bis drei Impftermine nötig. Ein Impfschutz für ein bis anderthalb Jahre lässt sich damit schon in drei bis fünf Wochen erreichen, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Fotocredits: Patrick Pleul
(dpa)

Mediziner