Essstörung ist nicht gleich Essstörung: verschiedenen Formen im Überblick

bauch von frauBeim Wort Essstörung denken die meisten Menschen direkt an Magersucht. Doch es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Essstörungen, die verschiedene Ursachen haben können und sich auf unterschiedliche Weise äußern. Das macht sie oftmals sehr schwer zu erkennen.






Zu dick oder zu dünn?

Die Magersucht gilt als die bekannteste Essstörung. Magersüchtige versuchen durch Hungern ihr Körpergewicht zu kontrollieren. Der Wunsch, schlank zu sein, verschiebt dabei häufig die Wahrnehmung des eigenen Körpers und Magersüchtige halten sich oft noch für zu dick, obwohl sie stark untergewichtig sind. Viele Magersüchtige versuchen ihre Krankheit zu verbergen. So kann sich leicht eine Ess-Brech-Sucht entwickeln. Bei dieser wird Nahrung verzehrt, aber kurz danach wieder ausgebrochen, damit dem Körper keine Kalorien zugeführt werden. Manchmal kann die Ess-Brech-Sucht auch durch eine Esssucht entstehen, oder eine Folge von Binge Eating sein. Bei diesen Essstörungen nehmen die darunter Leidenden zu viel Nahrung zu sich, beim Binge Eating meistens innerhalb von sehr kurzer Zeit. Entweder nehmen sie dadurch stark an Gewicht zu und isolieren sich aus Scham häufig auch von ihrer Umwelt, oder sie brechen das Essen bald wieder aus, um ihr Gewicht halten zu können.

Auch hinter einer gesunden Lebensweise kann sich eine Essstörung verbergen

Manche Menschen ernähren sich nahezu vorbildlich gesund und sind dabei sehr sportlich. Deshalb ist es für viele schwer vorstellbar, dass sich auch dahinter eine Essstörung verbergen kann. Doch gerade Sportler, für deren sportlichen Erfolg ein geringes Körpergewicht wichtig ist, leider oft unter der sogenannten Anorexia athletica. Dabei wird eine geringe Nahrungsaufnahme mit intensivem Training kombiniert, um das Körpergewicht niedrig zu halten. Dies betrifft häufig Tänzer und Gymnasten, doch auch Ausdauersportler sind häufig betroffen. Bei der Orthorexia nervosa sind die darunter Leidenden bemüht, ungesundes Essen zu vermeiden. Allerdings wird der Begriff des gesunden Essens häufig sehr eng gefasst, so dass die Liste der erlaubten Lebensmittel oft nur sehr kurz ist und Gelegenheiten vermieden werden, bei denen als ungesund angesehene Dinge verzehrt werden müssen. So kann diese Form der Essstörung leicht in die soziale Isolation führen. Im Gegensatz dazu werden beim Pica-Syndrom Dinge verzehrt, die keine Nahrungsmittel sind oder sogar als ekelerregend gelten.

Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Ursachen für Essstörungen können sehr vielfältig sein. Oft wird der Druck durch die Medien in Kombination mit einem schwachen Selbstwertgefühl angeführt. Doch die Ursachen sind nicht immer so leicht festzumachen. Da Essstörungen unterschiedliche Ausprägungen und Ursachen haben, gibt es keine einheitliche Behandlungsmethode. Doch manchmal ist es auch erfolgsversprechend sein, eine Essstörung mit Hypnose zu behandeln.

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