Eine Grippeimpfung wird Angehörigen bestimmter Risikogruppen unbedingt empfohlen. Darüber hinaus ist eine Impfung gegen die Influenza-Viren aber grundsätzlich für jeden sinnvoll. Die Wahrscheinlichkeit, an Influenza zu erkranken, ist – besonders in Ballungsräumen – nach wie vor relativ hoch. Unglücklicherweise wird das Wort “Grippe” in der Umgangssprache für die unterschiedlichsten Erkältungskrankheiten gebraucht. Im Gegensatz zu vielen Erkältungskrankheiten – etwa 200 Krankheitserreger provozieren dieselben Symptome wie die Influenza – kann eine Grippe, auch bei sonst gesunden Erwachsenen, sich mitunter gefährlich verschlimmern und Folgeinfektionen provozieren; Herz, Lunge und Gehirn können angegriffen werden. In manchen Fällen läuft eine Grippeerkrankung aber auch fast beschwerdefrei ab: Wie der Körper reagiert, ist von Fall zu Fall verschieden. Da die Influenza-Viren ständig mutieren, können Impfungen keinen langfristigen Schutz bieten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt jedes Jahr einen Impfstoff zusammen, der den aktuellen Erregern entspricht. Der Impfstoff besteht aus abgeschwächten Influenza-Erregern. Wird der Körper mit ihnen “infiziert” (geimpft), entwickelt er innerhalb kürzester Zeit Antikörper; spätestens nach 14 Tagen ist das Immunsystem ausreichend gerüstet, um richtigen Influenza-Viren begegnen zu können. Natürlich rufen auch die abgeschwächten Erreger im Impfstoff manche Symptome hervor; es ist durchaus möglich, dass unmittelbar nach der Impfung die Körpertemperatur leicht ansteigt, ferner haben manche Menschen mit Kopfschmerzen und Migräne zu kämpfen. Diese Symptome klingen aber gewöhnlich innerhalb von 48 Stunden ab. Wer ohnehin schon erkältet ist, sollte also ein paar Tage abwarten, ehe er zum Arzt geht, um sich impfen zu lassen. Der beste Zeitpunkt für eine Impfung ist der Frühherbst, also Oktober und November. Der Körper ist 14 Tage nach der Spritze optimal vorbereitet; die stärkste Grippewelle trifft uns Mitteleuropäer normalerweise zwischen Dezember und April. Grippe-Impfungen machen rund 90% der geimpften Erwachsenen weitgehend immun; bei älteren Menschen, Kindern und Angehörigen anderer Risikogruppen ist dieser Prozentsatz um Einiges geringer. Somit ist eine Grippeimpfung fast genauso notwendig, wie eine Tetanus-Impfung, denn der Grippevirus wird von Jahr zu Jahr gefährlicher.
» Impfung
Alle Jahre wieder … kommt die Grippe.
Eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts weist nach, dass allein in Deutschland jedes Jahr rund 15.000 grippebedingte Todesfälle zu verzeichnen sind. Das bedeutet, dass das durch die Influenza-Viren geschwächte Immunsystem nicht imstande war, gefährliche Krankheitserreger aufzuhalten: Letztlich sterben die meisten Menschen infolge der Grippeinfektion an einer Lungen- oder Herzmuskelentzündung.
Dabei ist gegen eine Infektion schon durch die jährliche Grippeimpfung meist ausreichend vorgesorgt. Doch längst nicht alle gefährdeten Personen lassen sich impfen. Im Jahr 2006 waren es laut dem Robert-Koch-Institut immerhin rund 19 Millionen Menschen.
Besonders gefährdet sind gemäß Ständiger Impfkommission (STIKO) des Institutes:
- Alle Personen über 60 Jahre
- Alle Personen, die in erhöhtem Kontakt mit gefährdeten Personen stehen (Medizinisches Personal, Betreuer, Pflegepersonal, Personal in öffentlichen Einrichtungen mit hoher Publikumsfrequenz, etc.)
- Alle Personen, die direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln haben
- Alle Personen, die kürzlich Vogelgrippe-gefährdete Länder bereist haben oder bereisen werden.
Ebenso wird die jährlich zu erneuernde Impfung allen Personen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes, Multipler Sklerose, angeborenen oder erworbenen Immundefekten, oder die mit diesen Personen in direktem Kontakt stehen, unbedingt empfohlen. [...mehr]



