Viruserkrankungen: Die Deutschen sind Impfmuffel

Die Deutschen sind Impfmuffel. Zu diesem Ergebnis kamen über 100 Wissenschaftler, die sich Ende September auf einer Konferenz der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Viruserkrankungen über die neuesten Forschungsergebnisse austauschten. Die Impfbereitschaft der Deutschen könnte generell höher sein, stellten die Forscher fest. Dabei ist es nur ein schwacher Trost, dass die Impfrate in ganz Europa auf einem relativ niedrigen Niveau stagniert.

Erheblicher Nachholbedarf bei der Impfung gegen Keuchhusten

Vor allem bei der Impfung gegen Keuchhusten herrscht erheblicher Nachholbedarf. Denn bis heute stellt eine Impfung das wirksamste Mittel gegen diese Krankheit dar. Zwar ist längst nicht jede Keuchhustenerkrankung lebensgefährlich, doch eine Impfung kann Ansteckung und Komplikationen verhindern. Längst ist Keuchhusten keine Kinderkrankheit mehr. Seit einigen Jahren wird zudem eine zunehmende Verbreitung bei Erwachsenen festgestellt. Deshalb sollten nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene geimpft werden. Experten empfehlen, die Impfung bei der nächsten Auffrischungsimpfung gegen Tetanus und Diphtherie. Vor allem Eltern von kleinen Kindern sollten diese Empfehlung unbedingt bedachten, denn oft stecken sich Kinder bei ihren Eltern an, die vielleicht noch gar nicht bemerkt haben, dass sie sich mit Keuchhusten infiziert haben.

Fortschritte bei Masernimpfungen und Impfungen gegen Gebärmutterhals-Krebs

Deutlich positiver haben sich die Impfzahlen in den letzten Jahren bei Masern und Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Insgesamt werden heute rund 90 Prozent der Kinder bis zu ihrer Einschulung gegen den Masernvirus geimpft. Diese vergleichsweise hohe Impfrate hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Masern als Krankheit deutlich seltener auftreten.
Auch bei der Impfung gegen den Gebärmutterhals-Krebs vermelden die Experten Erfolge. Zwar ist die Papillomvirus-Impfung sehr kostspielig, doch mit der zunehmenden Verbreitung konnte die Erkrankungen deutlich reduziert werden. Es ist daher dringend anzuraten, junge Mädchen vor dem Beginn der sexuellen Aktivität gegen die Krebsart zu impfen.

Grippeimpfung mit neuen Wirkstoffen

Einen weiteren Schwerpunkt auf der Tagung der Impfexperten stellte die Grippeimpfung dar. Auch hier konnten die Mediziner Fortschritte vermelden, denn seit kurzem gibt es Lebendimpfstoffe, die vor allem bei Kindern eine größere Wirkung zeigten als die herkömmlichen Mittel. So kann die Ansteckung mit dem Grippevirus, der vor allem in den Wintermonaten grassiert, verhindert werden. Schwere, im schlimmsten Falle tödliche Krankheitsverläufe lassen sich so wirkungsvoll bekämpfen.

Fotourheber: Thinkstock, iStock, luiscar

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