Loveparade 2010 – das Ende einer Legende

Bisher 20 Tote und über 500 Verletzte. Die Bilanz vom vergangenen Wochenende in Duisburg erschüttert immer noch ganz Deutschland. Denn wer hätte vorher damit gerechnet, dass die Loveparade, ein Fest der Liebe und Toleranz mit diesen Schlagzeilen Geschichte schreiben würde. Die Verantwortlichen, wer auch immer sich zu dieser Rolle bekennen mag, angeblich nicht.

Die Veranstalter und Sicherheitsverantwortlichen rechneten auch nicht damit, dass wie in jedem Jahr mindestens 1 Million Besucher zur Loveparade kommen würden. Aus Statistiken war dies wohl unmöglich abzulesen. Auch auf die Warnungen von Polizei und Feuerwehr, die schließlich die größten Erfahrungen mit Massenveranstaltungen aufweisen können wurde unverständlicherweise nicht gehört.

Ein Gelände, dass für maximal 250.000 Menschen ausgelegt war, mit genehmigten verkleinerten Fluchtwegen und einem Tunnelzugang der gleichzeitig als Ausgang dienen sollte. Dazu eine feierwütige Menge,die diese Zahl um ein vielfaches übertraf – viele von ihnen bereits mit Alkohol und anderen Substanzen zugedröhnt und das ganz normale menschliche Fluchtverhalten in Stresssituationen. Wenn man sich diese Gesamtkonstellation einmal durch den Kopf gehen lässt, war eine Katastrophe wohl von Anfang an vorprogrammiert.

Wäre nichts passiert, gäbe es nun wohl auch keine Diskussion und die Sicherheitsmängel wären nie bemerkt worden. Doch hätte die Stadt von Anfang an lieber auf die Einreihung als Austragungsort verzichten und dem Beispiel Bochums folgen sollen, dass zuvor die Veranstaltung auf Grund von Sicherheitsmängeln abgelehnt hatte. Man hätte auch 2010 auf eine Loveparade verzichten müssen, 20 junge Menschen wären dann aber noch am Leben.

Schaulustige tragen auch Verantwortung

Nicht nur, dass 20 junge Menschen, die einfach nur Party machen wollten auf Grund von Ignoranz der Verwantwortlichen, einen der wohl schlimmsten Tode gestorben sind auch die Reaktion vieler Anwesenden verärgert mich zutiefst. Wie kann man denn bitte als erstes daran denken sein Handy zu zücken, um den Todeskampf eines durch Stiefelsohlen und Highheelabsätze zermürbten Körpers zu filmen, anstatt selbst zu helfen oder wenigsten Platz für mögliche Helfer zu schaffen? Dieses Verhalten geht einfach nicht in meinen Kopf rein!!

Die Loveparade 2010 wird aus Respekt die letzte Loveparade gewesen sein und ich bin mir sicher, dass dies in den Augen aller, die mit den Angehörigen der Opfer fühlen, die richtige Entscheidung ist.

Mediziner