Bandwürmer beim Menschen: Symptome und Therapie der Zestodeninfektion

Bandwürmer beim Menschen können in manchen Fällen gänzlich unbemerkt bleiben und in anderen sehr unangenehme Symptome hervorrufen. Die Parasiten nisten sich beispielsweise im Darm ein, je nach Art geschieht dies in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.

So befallen einige Bandwürmer den Menschen im Larvenstadium, andere als ausgewachsene Parasiten, die Übertragung geschieht meist durch verunreinigte Nahrung und mangelnde Hygiene. Der Mensch wird dabei entweder zum Zwischen- oder zum Endwirt der Parasiten, die eigentlich verschiedene Tierarten befallen und jeweils nach diesem Wirt benannt sind. Eine der bekanntesten Arten ist der Fuchsbandwurm, eine Infektion mit dessen noch nicht ausgewachsenen Finnen bezeichnet man als Echinokokkose. Der Befall mit einem Schweine- oder einem Rinderbandwurm, die sich als vollständig entwickelte Parasiten einnisten, wird als Taeniasis bezeichnet.

Bandwürmer beim Menschen: Varianten und Symptome

Einer der kleinsten Vertreter seiner Art ist der Zwergbandwurm mit höchstens vier Zentimetern Länge, der vor allem Kinder befällt. Eine Infektion kann aufgrund mangelnder Symptome zunächst unbemerkt bleiben, äußert sich jedoch meist in Bauchschmerzen und Durchfall, außerdem können Kopfschmerzen und neurologische Ausfallerscheinungen auftreten. Beim Verdacht auf die sogenannte Hymenolepiasis wird der Stuhl auf Eier untersucht und gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie eingeleitet. In vielen Fällen verschwinden die Parasiten jedoch auch von allein.

Deutlich größer werden der Schwein- und der Rinderbandwurm, bei denen der Mensch als Endwirt fungiert. Ersterer kann bis zu vier Meter lang werden, Letzterer gar bis zu zehn Meter. Bemerkbar machen sie sich vor allem durch Proglottiden, einzelne abgestoßene Glieder, die im Stuhl sichtbar sind. Die am häufigsten auftretenden Symptome einer Infektion sind dagegen eher uneindeutig, denn sowohl Heißhungerattacken als auch anhaltende Appetitlosigkeit sind nicht ungewöhnlich. Außerdem können Bauchschmerzen, Übelkeit und Gewichtsverlust auftreten.

Sollten die Finnen (Larven) des Schweinebandwurms über die Darmhäute in die Blutbahn gelangen, können sie sogar Krampfanfälle und diverse Störungen neurologischer Art hervorrufen. Auch hier werden Medikamente zur Behandlung eingesetzt, ebenso beim Befall mit anderen, seltener auftretenden Bandwurmarten, die ähnliche Symptome hervorrufen. Eine besondere Gattung, nämlich die der sogenannten Multiceps, befällt den Menschen nur selten, ist dafür aber umso unangenehmer. Er infiziert das zentrale Nervensystem und das Gewebe rund um die Augen und wird meist durch einen operativen Eingriff entfernt.

Echinokokkose: Infektion mit einem Fuchs- oder Hundebandwurm

Bandwürmer der Gattung Echinococcus kommen hauptsächlich bei Hunden, Katzen oder Füchsen vor, werden jedoch auch von anderen Säugetieren aufgenommen. Menschen infizieren sich meist durch den engen Kontakt mit betroffenen Tieren, der Bandwurm nistet sich dann in der Leber ein. Die Echinokokkose äußert sich mitunter erst nach einigen Jahren in häufiger auftretenden Bauchschmerzen, die durch das langsame Zersetzen der Leber durch den Parasiten verursacht werden. Auch anhaltende Müdigkeit oder der Ausbruch von Gelbsucht können auf einen Hunde- oder Fuchsbandwurm hindeuten.

Die Therapie erfolgt in der Regel durch eine chirurgische Entfernung des Bandwurms und eventuell entstandener Zysten in Kombination mit der Verabreichung von Medikamenten. Da der Fuchsbandwurm meist deutlich kleiner ist als der Hundebandwurm, sind operative Eingriffe hier schwieriger durchzuführen, weswegen in solchen Fällen oft eine sehr langwierige Behandlung mit Arzneimitteln notwendig ist. Das wichtigste bei der Therapie aller Bandwurmarten ist aber die unbedingte Einhaltung von Hygiene-Richtlinien, um eine erneute Selbstinfektion zu verhindern.

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