Wie Eltern Kindern bei Verbrühungen helfen

Köln – Wenn es draußen eisig kalt ist, schmeckt der heiße Tee besonders gut. Der Winter ist die Zeit der heißen Getränke – und damit leider auch die Zeit der Verbrühungen, vor allem bei kleinen Kindern.

Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin. Was ist im Notfall zu tun? Ein Überblick:

  1. Ausziehen: Anders als bei Verbrennungen muss die Kleidung bei Verbrühungen immer entfernt werden. Klebt der Stoff an der verbrühten Haut fest, hilft vielleicht ein Wasserbad.

  2. Kühlen: Die betroffenen Hautstellen gehören für 10 bis 20 Minuten in handwarmes Wasser – nicht in kaltes! Ausnahme: Bei Neugeborenen und bei sehr großflächigen Verbrühungen von mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche sollten Eltern nicht kühlen, es besteht Unterkühlungsgefahr.

  3. Abdecken und abklären: Die gekühlte Wunde sollte man mit einem sauberen Tuch oder einer Wundauflage abdecken. Verbrennungen und Verbrühungen sollte sich bei Kindern immer ein Arzt ansehen.

Größere Verbrennungen und Verbrühungen sind außerdem ein Fall für den Notarzt – es besteht Lebensgefahr. Bei kleinen Kindern ist das
nach Angaben der Experten schon bei acht Prozent verbrannter Körperoberfläche der Fall. Das entspricht etwa einem Arm, einem halben Bein oder der halben Oberkörper-Vorderseite. Die Handfläche eines Menschen entspricht etwa einem Prozent seiner Körperoberfläche.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Eltern einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. So gehören heiße Getränke nicht in die Reichweite von Kindern. Erwachsene sollten aber auch darauf achten, dass sie heiße Flüssigkeiten nie über Kinderköpfe hinweg weiterreichen und dass sie keine heißen Getränke und Kinder gleichzeitig in der Hand und auf dem Arm haben (
www.kinderaerzte-im-netz.de).

Fotocredits: Bodo Marks
(dpa/tmn)

(dpa)
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