Wenn das Kind nicht mehr kann: Depressionen bei Kindern

Nicht nur Erwachsene können eine Depression entwickeln: Bereits Kinder unter zehn Jahren leiden immer häufiger unter andauernder Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit oder Aggressivität. Da es den Kleinen besonders schwer fällt, ihre Beschwerden in Worte zu fassen, müssen Eltern sehr aufmerksam sein, um Symptome frühzeitig zu erkennen
Kind hat stress

Depressionen bei Kindern feststellen

Eine Depression kann sich bei Kindern auf vielfältige Weise bemerkbar machen – und zwar sowohl in körperlicher als auch in seelischer Hinsicht. Typische Symptome sind häufiges Weinen, Schlafstörungen, Teilnahmslosigkeit und ein hohes Maß an Ängstlichkeit. Auch dann, wenn Ihr Kind die Freude am Spiel verliert und schnell wütend wird, sollten Sie es genauer beobachten. Häufig handelt es sich lediglich um eine leichte Verstimmung, die innerhalb weniger Tage wieder vergeht. Ist das nicht der Fall, könnte es sich jedoch um Depressionen handeln. Oftmals machen sich auch körperliche Beschwerden bemerkbar, so zum Beispiel Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Erschöpfungszustände. Äußert Ihr Kind im Zorn Selbstmordabsichten, sollten Sie auch das nicht auf die leichte Schulter nehmen und das Gespräch suchen, denn Selbstmordgedanken deuten häufig auf eine emotionale Krise hin, die unbedingt ernst genommen werden muss.

Wo finden Eltern Hilfe?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter unter Depressionen leidet, tauschen Sie sich zunächst mit Personen aus dem näheren Umfeld Ihres Kindes aus. Das können neben Erziehern und Lehrern auch andere Familienangehörige sein. Auch in Familienberatungsstellen können Sie sich umfassend informieren. Erhärtet sich Ihr Verdacht, sollten Sie mit Ihrem Kind einen Experten für Kinder- und Jugendtherapie oder einen Kinderpsychiater aufsuchen. Diagnostiziert dieser eine Depression, wird er eine Psychotherapie einleiten, in deren Verlauf das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen des Kindes gestärkt wird. Medikamente kommen bei depressiven Kindern hingegen nur in Extremfällen zum Einsatz. Außerdem gilt: Sämtliche Therapieversuche können nur dann erfolgreich sein, wenn die Eltern ihrem Kind stets verständnisvoll begegnen und ihm zugleich genügend Raum zur eigenständigen Entfaltung geben.

Früherkennung ist wichtig!

Depressionen machen es einem Kind unmöglich, in vollem Umfang am Alltag teilzunehmen und sich frei zu entwickeln. Umso wichtiger ist daher die Früherkennung: Eltern sollten das Verhalten Ihres Kindes genau beobachten und dessen Gefühle ernst nehmen, damit es möglichst schnell Hilfe bekommt.

Bild: Nicole Effinger – Fotolia

Mediziner