Was sind eigentlich Biomarker?

Der medizinische Fortschritt hat das Leben der heutigen Gesellschaft grundlegend verändert. Doch noch immer gibt es Krankheiten, deren Heilung Wissenschaftler und Ärzte vor ein Rätsel stellen. Mit der Entdeckung von Biomarkern wurden einige dieser Rätsel gelöst, und gleichzeitig begann auch ein neues Zeitalter der Medizin. Jeder Mensch besitzt ganz eigene genetische Besonderheiten, die Aufschlüsse über Erkrankungen geben. Mit Hilfe von Biomarkern lassen sich Krankheiten schneller diagnostizieren, deren Verlauf erklären sowie genetische Mutationen entdecken.

Unterschiedliche Arten von Biomarkern

Unter Biomarkern versteht man organische Substanzen wie Gene, Zellen, Moleküle, Hormone oder Enzyme, die als Indikatoren bei einigen biologischen Prozessen Verwendung finden. Dabei kommen ganz unterschiedliche Arten von Biomarkern zum Einsatz. Zum einen gibt es diagnostische Biomarker, die eine Erkrankung des jeweiligen Patienten erkennen und genau definieren. So lassen sich Krankheiten mit ähnlichen Verläufen voneinander unterscheiden und separat behandeln. Durch prognostische Biomarker wiederum lassen sich Aussagen über den Krankheitsverlauf sowie Heilungschancen treffen. Um die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zum Beispiel bei erblicher Vorbelastung auszuschließen oder zu erkennen, werden prädiktive Marker als Vorsorgeinstrument eingesetzt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass alle Biomarker-Tests ein Ziel haben: eine sichere Anamnese und Diagnostik, eine explizite Klassifikation der Krankheit sowie eine Früherkennung, die mit einem optimalen Behandlungsplan einhergeht. Deshalb forschen viele Unternehmen an dem Thema, unter anderem Bayer und die HolsboerMaschmeyer NeuroChemie von Carsten Maschmeyer und Prof. Florian Holsboer.

Klassifikationen und Möglichkeiten

Biomarker finden allerdings nicht nur bei der Diagnose von Krankheiten Verwendung. Ein bekannter Biomarkertest ist ein Schwangerschaftstest, bei dem durch die Messung des HCG-Gehalts im Urin eine Schwangerschaft erkannt oder ausgeschlossen werden kann. Doch auch die Anfänge einer Diabetes, die unter anderem auch in einer Schwangerschaft entsteht, lassen sich durch einen Urintest feststellen. Genauso gehören Blutlipid- und Blutzuckermessungen zu einem Biomarkertest dazu. Besonders die Krebsforschung setzt vermehrt auf den Einsatz von Biomarkern. Auf diese Weise lassen sich genetische Veränderungen schneller herausfiltern und Krankheitsursachen finden. Durch eine Untersuchung der Biomarker kann Ihr Arzt zum Beispiel bereits im Vorfeld feststellen, ob Sie positiv auf ein bestimmtes Medikament ansprechen und inwiefern langfristig die gewünschte Wirkung erzielt wird.

Die zentrale Rolle in der Forschung

Biomarker sind aus der heutigen modernen Medizin nicht mehr wegzudenken und werden vermehrt in Forschung, Vorsorge, Diagnostik und Heilung mit einbezogen. Beachtliche Fortschritte in der Biomarkerforschung sind vor allem bei Krebserkrankungen, Herzinfarkt oder bei Morbus Alzheimer ersichtlich.

Bild: Alexander Raths – Fotolia.com

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