Soziale Phobie – Die Angst vor anderen Menschen

Personen, die an einer sozialen Phobie leiden, haben mit großen Ängsten im Alltag zu kämpfen. So stellen sie sich häufig Fragen (Wie komme ich an? Was denken die Leute von mir? Werde ich die Situation meistern?) und fangen möglicherweise an, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzuziehen.

Soziale Phobie - Die Betroffenen ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück © flickr/Elbhangfest

Zudem können bei den Betroffenen bei Unbehagen in der Öffentlichkeit Symptome wie Herzrasen, erhöhter Blutdruck und Zittern auftreten. Verstärkt werden solche Symptome in Situationen, bei denen  man im Mittelpunkt steht. Oftmals wird diese psychische Erkrankung auch mit Schüchternheit verwechselt.

Soziale Phobie kann sich in Panik äußern

Leiden die Betroffenen an einer ausgeprägten Form der sozialen Phobie, kann dies sogar dazu führen, dass kein normaler Kontakt mehr mit Menschen möglich ist. Die Betroffenen ziehen sich zurück und reagieren mitunter sogar panisch auf den Kontakt mit Mitmenschen.

Hinter diesem Problem steckt im Prinzip die Angst, dass man sich in der Öffentlichkeit blamieren könnte. Mit solchen Ängsten haben fast sicherlich alle Menschen gelegentlich zu kämpfen, jedoch sind diese unterschiedlich ausgeprägt und führen beim gesunden Menschen nicht zu einer gesellschaftlichen Isolation.

Sozialphobie – Der Angst aus dem Weg gehen

Personen, die an dieser Krankheit bzw. Störung leiden, gehen möglichen Angstauslösenden Situationen verstärkt aus dem Weg, wobei es zu einem Rückgang des sozialen Lebens kommen kann. Verstärkt wird die Sozialphobie zudem durch körperliche Reaktionen wie Schwitzen, Bluthochdruck, Zittern und Herzrasen. Die Folge dieser Angst ist, dass sich die Betroffenen im Berufsleben immer mehr zurückziehen und auch im Privatleben nur noch wenige Kontakte pflegen. Bei einigen Sozialphobikern kommt es leider zum vermehrten Alkohol- oder Drogenkonsum, um die Ängste zu unterdrücken.

Gute Heilungschancen

Erst seit knapp 20 Jahren beschäftigen sich Therapeuten intensiver mit diesem Krankheitsbild. Zudem wurde die Sozialphobie zu diesem Zeitpunkt von der WHO als Krankheit anerkannt. Laut Definition handelt es sich bei der Sozialphobie um eine „krankhafte Scheu vor anderen Menschen, die dauerhaft und übertrieben ist und die den Patienten in seinem Leben beeinträchtigt“.

Man geht davon aus, dass etwa 10 Prozent der Bevölkerung an dieser Krankheit leiden oder in ihrem Leben bereits eine Neigung dazu entwickelt haben. Somit gehört diese Erkrankung zu der dritthäufigsten psychischen Störung in Deutschland; neben Alkoholismus und Depressionen. Den Betroffenen werden allerdings sehr gute Therapieangebote unterbreitet, sodass eine sehr gute Chance auf Heilung besteht.

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