Schwere Neurodermitis: kann eine Blutwäsche helfen?

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis sind ebenso vielfältig wie die Ursachen der Erkrankung. Eine eher neue Therapieform ist die Blutwäsche. Was genau es damit auf sich hat und in welchen Fällen die Reinigung des Bluts wirklich erfolgversprechend ist, erfahren Sie hier.

Blutwäsche: Was ist das eigentlich?

Bei einer Blutwäsche, auch IgE-Apherese genannt, werden Antikörper aus dem Blut herausgespült. Da die Antikörper zu den maßgeblichen Verursachern der typischen Neurodermitis-Symptome zählen, klingen der Juckreiz und die Rötungen meist rasch ab. Die Prozedur nimmt circa vier Stunden in Anspruch und wird fünf Tage in Folge durchgeführt. Dabei wird das Blut mithilfe eines Schlauches in das Blutwäsche-Gerät geleitet, welches Antikörper der Maus enthält. Diese binden sich an die menschlichen IgE-Antikörper und machen sie so unwirksam. Das gereinigte Blut fließt anschließend über einen Venenkatheter zurück in den Körper. Viele Patienten verspüren bereits während der Behandlungstage eine Besserung der Symptome. In der Regel stellen sich die ersten Ergebnisse jedoch erst nach dem ersten Reinigungszyklus ein. Die Behandlung ist gut verträglich und kann mehrfach wiederholt werden.

Wie effektiv ist die Therapie?

Eine Studie zu den Erfolgen der Blutwäsche bei Neurodermitis hat ergeben, dass Betroffene über einen Zeitraum von drei Monaten eine deutliche Verbesserung der Symptome feststellten. Bei einigen Neurodermitikern stellte sich erst nach sechs Monaten der nächste Krankheitsschub ein, und dieser war meist eher schwach ausgeprägt. Wie häufig die Behandlung wiederholt werden sollte, um langfristig beschwerdefrei zu bleiben, muss erst noch mithilfe weiterer Studien erforscht werden. Die Blutwäsche-Therapie wird nur bei volljährigen Patienten durchgeführt. Außerdem eignet sie sich nur für Personen mit schwerer Neurodermitis. Als Anhaltspunkt gilt dabei der IgE-Wert im Blut: Der Normalwert liegt bei unter 100 Einheiten pro Milliliter. Die Symptome von Neurodermitikern mit einem Wert von über 750 Einheiten pro Milliliter können durch eine Reinigung des Bluts effektiv gelindert werden.

Linderung: ja – Heilung: nein

Für Menschen mit stark ausgeprägter Neurodermitis ist die Blutwäsche eine erfolgversprechende Alternative zu herkömmlichen Therapieformen. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass auch die Blutreinigung Neurodermitis nicht heilen, sondern nur vorübergehend lindern kann. Weitere Informationen zum Thema Neurodermitis finden Sie auch hier.

Foto: Fotolia, 35106832, luna

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