Schmerzmittel-Abhängigkeit: Wissenswertes

Krankenschwester hält viele bunte Medikamente in den HändenKopfschmerzen? Regelbeschwerden? Zahnprobleme? Mit einem Griff zu einem Schmerzmittel, das nicht verschreibungspflichtig und somit sehr leicht erhältlich ist, sind all diese Beschwerden nur von kurzer Dauer. Doch bei der Einnahme von Schmerztabletten ist Vorsicht geboten. Allzu leicht kann deren Gebrauch in Notfällen zu einer Sucht führen, deren Auswirkungen nur mit sehr vielen Anstrengungen und unter hohem Aufwand wieder beseitigt werden können. Doch was sind Anzeichen für eine Abhängigkeit von Schmerzmitteln und wie entsteht diese?

Entstehung einer Schmerzmittelabhängigkeit

Schmerzmittel lösen im Gegensatz zu Opiaten keine Euphorie aus. Daher entsteht eine Abhängigkeit nicht so schnell. Jedoch dämpfen Schmerzmittel die Empfindungen an den Nervenenden. Werden sie nach längerer Zeit abrupt abgesetzt, so kann es zu Entzugserscheinungen kommen. Die Nerven reagieren dann empfindlicher und lösen erneut einen Schmerzreiz aus, der den Patienten abermals zum Schmerzmittel greifen lässt. Ein Teufelskreis, der nicht sehr leicht zu durchbrechen ist, hat dann begonnen. Um die Abhängigkeit zu vermeiden, sollten die Präparate nicht länger als zwei bis fünf Tage ununterbrochen eingenommen werden. Bei länger anhaltenden Beschwerden ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.

Anzeichen für eine Abhängigkeit von Schmerzmitteln und Gegenmaßnahmen

Ein typisches Kennzeichen für eine Abhängigkeit von Medikamenten gegen Schmerzen ist das ständige Mitführen dieser Präparate. Unternimmt ein Patient keinen Schritt mehr ohne das Medikament in der Tasche, so ist eine Sucht naheliegend. Zudem wird die Dosis von Abhängigen meist sukzessive erhöht, was auf Dauer zu psychischen oder physischen Veränderungen führen kann. Wird eine Abhängigkeit bemerkt, sollte ein qualifizierter Arzt aufgesucht werden, damit dieser die ersten Schritte zu einer Entziehungskur begleiten kann. Entscheidend ist hierbei, die Dosis der Schmerztabletten langsam zu verringern und Alternativen für die Bekämpfung der Schmerzen zu schaffen. Massagen, Entspannungsrituale, kühlende oder wärmende Hilfsmittel sowie Akupunktur können einen Ausweg aus der Abhängigkeit bieten. Zudem muss sich ein Patient darüber im Klaren sein, dass auftretende Schmerzen lediglich temporär sind und ihr Ende daher abgewartet werden kann, auch wenn es schwer fällt.

Hilfreich aber nicht harmlos

Schmerzmittel, die nicht verschreibungspflichtig sind, bieten eine schnelle und zuverlässige Hilfe bei Beschwerden aller Art. bei der Einnahme sollte jedoch eine zeitliche Beschränkung eingehalten werden, damit es nicht zu einer Abhängigkeit kommt. Tritt dennoch eine Schmerzmittelsucht auf, muss in Abstimmung mit einem Arzt ein Entzug in Angriff genommen werden.

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