Schlafstörungen – Ursache und Selbsthilfe

Über dreißig Millionen Menschen in Deutschland leiden an Schlafproblemen, mit steigender Tendenz. Die meisten Schlafstörungen können erfolgreich behoben werden, wenn die Ursachen und die konkrete Diagnose bekannt sind. In Fachkreisen wird in vier Kategorien unterschieden, die bei den Betroffenen einzeln oder in Kombination auftreten können.
Schlafstörungen - Ursache und Selbsthilfe

Schlafprobleme und ihre Ursachen

Schlafstörungen werden unterteilt in:
– Insomnien (Störungen, die das Ein- und Durchschlafen betreffen)
– Hypersomnien (Tagesschläfrigkeit)
– gestörter Schlaf- und Wachrhythmus
– Parasomnien (Schlafauffälligkeiten wie Zähneknirschen oder Schlafwandeln)

Die Ursachen aller Schlafprobleme sind vielfältig und müssen individuell geklärt werden. Krankheiten können ebenso für einen gestörten Schlafrhythmus sorgen wie die Einnahme von Medikamenten oder Alkohol. Bei vielen Menschen lassen sich unruhige Nächte auf psychischen Stress zurückführen. Dabei bewirken Depressionen, Manien sowie Angst- und Essstörungen einen ständigen Gedankenstrom, der die Betroffenen nicht zur Ruhe kommen lässt. Finanzielle Ängste, Partnerschaftsprobleme und mangelnde Zukunftsperspektiven verstärken diese gedanklichen Angstzustände. Aber auch äußere Einflüsse wie Lärm, Licht oder dauerhafte Geräusche können einen gesunden Schlaf beeinträchtigen.

Hilfe für Betroffene

Entstehen Schlafprobleme durch medikamentöse Behandlung einer Grunderkrankung, führt das Absetzen des Medikamentes zur Besserung. Auch der Verzicht von Alkohol oder aufputschendem Kaffee kann den normalen Schlafrhythmus wieder herstellen. Liegen chronische Erkrankungen wie hormonelle Störungen, Nierenerkrankungen oder generelle Schmerzzustände vor, müssen diese zuerst behandelt werden. Auch Untersuchungen im Schlaflabor können darüber aufklären, ob organische Probleme wie die Schlafapnoe oder Zähneknirschen für unruhige Nächte verantwortlich sind.

Bei psychischen Ursachen müssen die angsterfüllten Gedanken gefunden werden, denen sich der Betroffene stellen muss. Oftmals verschriebene Neuroleptika dämpfen zwar die Wahrnehmungsfähigkeit, lösen aber nicht das ursächliche Problem. Hier muss die Angst oder Aussichtslosigkeit der konkreten Situation thematisiert werden, was durch psychotherapeutische Sitzungen gelingen kann. Dabei zeigen auch Träume der Betroffenen, welche Gedankengänge den Körper in permanentem Wachzustand halten. In diesen Fällen hilft es herauszufinden, was Träume bedeuten und den Inhalt zu akzeptieren.

Die innere und äußere Ruhe

Ein gesunder Körper und eine Psyche, die in der Lage ist, mit den täglichen Herausforderungen umzugehen und Probleme am Abend abzuschalten, sind beste Voraussetzungen für erholsamen Schlaf und die damit verbundene Regeneration des Körpers.

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