Alkoholsucht – Betroffene leiden früh an den Folgen der Sucht

Eine aktuelle Studie hat bewiesen, dass Personen, die einer Alkoholsucht erlegen sind, zwei Jahrzehnte früher versterben als nicht abhängige Menschen. Dabei sind Frauen besonders gefährdet. Wissenschaftler wollen nun neue Maßnahmen im Rahmen der Alkoholprävention ins Leben rufen.

Alkoholsucht lässt die durchschnittliche Lebenserwartung sinken © flickr/esprit3443

Nach Aussage der Forscher hat keiner der Alkoholabhängigen das durchschnittliche Lebensalter erreicht. Dies liegt für Frauen bei 82 Jahren und Männer erreichen im Durchschnitt ein Alter von 77 Jahren.

Alkoholsucht verkürzt die Lebensdauer erheblich

Besonders überrascht waren die Forscher von der Tatsache, dass der Alkoholkonsum die Lebensdauer stärker zu verkürzen scheint als das Rauchen. Viele durch das Rauchen ausgelöste Krebserkrankungen treten bei den Betroffenen erst weit nach dem 60. Lebensjahr auf.

Vergleicht man die im Rahmen der Untersuchung ermittelten Daten mit denen nichtabhängiger Personen, war die Sterberate der weiblichen Alkoholsüchtigen um das etwa 4,6-fache erhöht. Bei den männlichen Alkoholikern lag die Sterberate um das 1,9-fache über dem gesunder Menschen.

Alkoholismus – Geschlechtspezifische Unterschiede

Besonders auffällig waren die deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede. So scheint der Alkoholismus bei Frauen sehr viel schneller Krankheiten auszulösen, die letztendlich zum Tode führen. Männer reagieren nach Ansicht der Wissenschaftler nicht so stark auf den Alkoholkonsum wie Frauen. Warum die Unterschiede so gravierend sind, konnten die Forscher bisher noch nicht klären.

Nach internationalen Standards liegt der maximale tägliche Alkoholkonsum für Frauen bei 12 Gramm täglich. Das entspricht ein Viertelliter Bier bzw. ein Achtelliter Wein. Bei Männern liegt ist die tägliche Menge doppelt so hoch.

Therapiemöglichkeiten

Eine Alkoholtherapie hat der Studie zufolge keine positiven Auswirkungen auf die entsprechende Lebenserwartung. Somit zeigten die Personen, die eine Entwöhnungstherapie absolvierten keine Unterschiede zu denen, die noch nie eine Therapie mitgemacht haben.

Demnach fordern Sozialmediziner eine Überarbeitung der aktuellen Therapieangebote sowie eine neue Debatte über Alkoholprävention im Allgemeinen. „Deutschland ist ein Hochkonsumland. Die deutsche Gesellschaft ist viel zu alkoholkonsumorientiert.“

Mediziner