Zahnfleischbluten ist immer ein Fall für den Arzt

Berlin – Abends beim Zähneputzen oder morgens nach dem herzhaften Biss ins Körnerbrötchen kommt es schon mal vor: das Zahnfleisch blutet. Nicht so schlimm, denkt sich der eine oder andere. Zahnfleischbluten, das hat doch jeder. Weit gefehlt!

Was das ist?

Immer ein Warnsignal, sagt Prof. Henrik Dommisch, Leiter der Abteilung für Parodontologie und Synoptische Zahnmedizin an der Berliner Charité. «Ich weiß, viele Menschen denken, Zahnfleischbluten sei etwas Normales. Das ist aber nicht normal.» Wenn man sich nicht gerade an einem spitzen Lebensmittel oder Ähnlichem verletzt hat, sind Blutungen meist Ausdruck bakterieller Entzündungsreaktionen im gut durchbluteten Zahnfleisch. Diese wiederum entstehen in der Regel durch Zahnbeläge – also letztlich durch mangelnde Mundhygiene. Es können aber auch ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.

Was also tun?

Wenn es regelmäßig oder an mehreren Stellen blutet: zum Zahnarzt gehen. Er kann erstmal nach der Ursache forschen. Hartnäckige Zahnbeläge etwa kann er entfernen. Eine oberflächliche Zahnfleischentzündung, die sogenannte Gingivitis, oder eine Entzündung des Zahnhalteapparates, Parodontitis, lässt sich behandeln. Manchmal werden Veränderungen am Zahnfleisch auch durch Medikamente begünstigt, für die es eventuell Alternativen gibt.

Wer verhindern möchte, dass es überhaupt zu Zahnfleischblutungen kommt, kann auch dafür viel tun: zwei Mal täglich Zähneputzen, die Zahnzwischenräume reinigen – etwa mit Zahnseide – und regelmäßig zur Kontrolle zum Zahnarzt gehen. So bleiben Zähne und Zahnfleisch sauber und Unregelmäßigkeiten werden idealerweise früh aufgedeckt und rechtzeitig behandelt.

Fotocredits: Julian Stratenschulte
(dpa/tmn)

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