Was hilft am besten gegen Panikattacken?

Eine Panikattacke ist geprägt von einem schier überwältigenden Gefühl der Angst, das Betroffene glauben lässt, ihr Leben wäre in Gefahr, ohne dass es dafür einen Grund gibt. Auch wenn sie rational in der Lage sind, die Situation zu erfassen, können sie nichts gegen die zahlenreichen Symptome tun, die mit einer Panikattacke einhergehen. Die Wirkung einer Panikattacke ist akut und dauert meistens nicht länger als 30 Minuten, was für die Betroffenen jedoch eine unendlich lange Zeit darstellt. Auch wenn eine Panikattacke in der Regel nicht der willentlichen Kontrolle unterliegt, können Betroffene lernen, den Verlauf positiv zu beeinflussen.
Was hilft am besten gegen Panikattacken?

Ablenkung hilft

So simpel es sich anhören mag, aber Ablenkung ist die beste Möglichkeit, die Symptome einer Panikattacke zu mindern. So rät beispielsweise der Psychiater Prof. Florian Holsboer vom Max-Plank-Institut für Psychiatrie, gezielte Ablenkungstaktiken anzuwenden, die individuell auf die Persönlichkeit abgestimmt sind. Der Partner von Carsten Maschmeyer bei der HolsboerMaschmeyer NeuroChemie meint, dass dies aus verschiedenen Gründen helfen würde: Nicht nur, dass das Bewusstsein seine Aufmerksamkeit nicht weiter auf die Symptome einer Panikattacke konzentriert, was gewöhnlich die Intensität der Attacke nur noch verstärkt, auch im Gehirn würden dadurch synaptische Muster unterbrochen werden, die für die Panikattacke verantwortlich sind. Wichtig ist, dass die Ablenkung auf die Person maßgeschneidert ist. Während manch einer beispielsweise Musik hören muss, um die Panik vergessen zu können, hilft es dem anderen, eine kalte Dusche zu nehmen. Computerspiele, stricken, Kopfrechenaufgaben, soziale Interaktion – die Möglichkeiten der Ablenkung sind vielfältig. Das, was individuell hilft, sollte und darf umgesetzt werden, damit das panikartige Gefühl verschwindet.

Eine meditative Atmung beruhigt

Eine weitere Möglichkeit, eine Panikattacke unter Kontrolle zu bekommen, ist eine meditative Atmung. Dabei muss der Betroffene versuchen, seinen Körper zu entspannen. Mit geschlossenen Augen konzentriert er sich auf einen inneren Punkt im Körper, der seine ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Atmung sollte tief und ruhig sein, ohne Anspannung und Hektik. Während der Betroffene ausatmet, sollte er das Gefühl haben, er würde einen Teil der Angst und Panik loslassen, während er sich beim Einatmen vorstellen sollte, in seinen Körper würde Gelöstheit, Gelassenheit und innere Ruhe gelangen. Richtig durchgeführt, wirkt sich diese Imaginationstechnik sowohl positiv auf das Gemüt wie auch auf den Körper aus. Der Anteil des Sauerstoffes im Blut nimmt zu, Stresshormone werden abgebaut und die synaptische Aktivitätsmuster im Gehirn, die für die Panik verantwortlich sind, verringern sich.

Es kann viele Ursachen geben

Die Ursachen von Panikattacken sind vielfältig. Stresssituationen könne der Auslöser sein, Konflikte im Beruf oder in der Partnerschaft, neurobiologische Faktoten, Persönlichkeitsmerkmale, körperliche oder psychische Erkrankungen, Medikamente, die Liste ließe sich lange fortsetzen. In der Regel ist eine Behandlung beim Psychologen oder Psychiater notwendig, um die tiefer liegenden Probleme zu behandeln. Nach Ansicht von vielen Fachleuten ist eine maßgeschneiderte Therapie der beste Ansatz, Betroffenen langfristig zu helfen. Jedoch können durch die richtigen Maßnahmen auch die Symptome einer akuten Panikattacke gemindert werden, selbst wenn dies von den Betroffenen viel Disziplin erfordert, da es nicht leicht ist, gegen die Angst anzugehen.

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