Warme Bäder nicht zu lange ausdehnen

Berlin – Für viele ist es ein herrliches Gefühl, sich in ein Becken mit warmem Wasser gleiten zu lassen. Die Schwerkraft wirkt darin nicht mehr so stark, die Gelenke werden gewärmt und dadurch beweglicher, der Blutdruck sinkt.

In vielen Thermalbädern warnen allerdings Schilder davor, zu lange im heißen Nass zu bleiben. «Der Körper wird ganz ähnlich gefordert wie bei 75 Watt auf einem Fahrradergometer», erläutert Prof. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. Deswegen sind 20 bis 30 Minuten eine gute Richtschnur.

Menschen mit Herzschwäche müssen grundsätzlich sehr vorsichtig sein. Druck und Wärme des Wassers wirken auf die Blutgefäße und können das Herz zusätzlich belasten. Wer Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System hat, fragt besser vor dem Thermenbesuch seinen Arzt.

Einige Bäder versprechen auch spezielle gesundheitliche Effekte durch die Quelle. Einigermaßen belegt ist das Michalsen zufolge jedoch nur für Quellen, die Schwefel, Radon oder Sole enthalten. Schwefel etwa kann Menschen mit Rheuma oder Arthritis helfen, Sole hat sich bei Allergien oder Schuppenflechte bewährt, Radon bei Schmerzen in den Gelenken, erläutert Michalsen.

Wer das ausprobieren möchte, dem rät er zu einem Aufenthalt in einem zertifizierten Heilbad. Der Deutsche Heilbäderverband hat Qualitätsstandards für Kurorte erarbeitet. Die jeweiligen Heilmittel vor Ort wie Radon, Schwefel oder Sole müssen begutachtet und ihre Wirkung bestätigt sein. Heilbäder und Kurorte, die staatlich anerkannt sind, werben in der Regel damit. Der Terminus Therme oder Thermalbad ist dagegen nicht geschützt.

Fotocredits: Patrick_Seeger
(dpa/tmn)

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