Tagebuch Blogs – der Horror der Offenbarung

Tagebuch Blogs mutierten in den letzten Jahren zu einem ultimativen Trend. Nun findet die Offenbarung mehr oder weniger interessanter Erlebnisse ganz öffentlich statt. Warum?

Das Tagebuch ist und war für viele Menschen eine große Lebenshilfe. Hier konnte man seine peinlichsten Geheimnisse loswerden und das Erlebte noch einmal Revue passieren lassen. An und für ist diese Idee für manch einen einfach grandios. Schließlich ist es schön sich alles von der Seele zu schreiben und immer wieder schön in seiner persönlichen Vergangenheit zu schmökern und dabei über die früheren Problemchen zu kichern. Doch wieso sollte man auf die Idee kommen das Ganze öffentlich zu machen?

Tagebuch Blogs

Vor kurzem entwickelte sich langsam aber stetig der Trend, das früher extremst gehütete Tagebuch, vollkommen publik zu machen und seine gesamten Erlebnisse in einem Tagebuch Blog nieder zu schreiben. Für den Schreiber mag es vielleicht ein ultimativer Kick sein, seine Geheimnisse derart Preis zu geben und auch für den ein oder anderen Leser, der den Blogger kennt, kann es unter Umständen auch spannend oder wenigstens amüsant werden.

Doch witziger Weise scheint sich der Großteil der besagten Blogger dazu entschieden zu haben, den Blog möglichst schnell zu füllen und wirklich keine ach so langweilige Kleinigkeit aus zu lassen – frei nach dem Motto „Quantität statt Qualität“! Und diese Informationen möchte nun wirklich keiner lesen.

Man könnte jetzt einwenden, dass ich (und der Rest der Menschheit) es ja nicht lesen muss, wenn es mich nicht interessiert. Doch erstens geht es hier ums Prinzip und zweitens, was das wahre Übel ist, trüben die Unmengen an Tagebuch Blogs die Sicht auf die allgemeine Blogging-Szene.

Es gibt nämlich tatsächlich auch in Deutschland zahlreiche äußerst hochwertige Blogs, die wichtige Themen kommentieren, Menschen inspirieren und künstlerische oder kulturelle Projekte präsentieren wollen.

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