» Magersucht

Autor: Michael

Essstörung©flickr / austinANOMIC

An Essstörungen sind nicht selten Verhaltensstörungen schuld, die in vielen Fällen zu schweren, langwierigen Gesundheitsschäden führen.

Die betroffenen Personen beschäftigen sich physisch und psychisch ständig mit dem Thema „Essen“ und so wird ihr Tagesablauf der Ernährung angepasst und alles dreht sich am Ende darum.
Durch psychosoziale Störungen und die Einstellung zum eigenen Körper können Patienten die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung nicht mehr bewusst steuern. Wenn Betroffene Essen bzw. hungern verschaffen sie sich Befriedigung. Da diese nur einen kurzen Zeitraum anhält brauchen sie Wiederholung. Dieser immer wiederkehrende Prozess gerät irgendwann außer Kontrolle und man spricht von einer Essstörung.

Experten haben vier Typen von Essstörungen aufgezeigt: Magersucht, Ess-Brech-Sucht, Binge Eating Disorder und Latente Sucht. Magersucht und auch die Ess-Brech-Sucht sind hinlänglich bekannt, die anderen Typen werden im Folgenden kurz erläutert.    [...mehr]


Autor: Michael

Magersucht (Anorexia nervosa) und Bulimie (Bulimia nervosa) sind heute, anders als noch vor zwanzig Jahren, weithin bekannte Erkrankungen. Man würde erwarten, dass mit fortschreitender Aufklärung über das Krankheitsbild, den Verlauf und die Symptome die Anzahl der Erkrankungen abnimmt.

Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Als die Sängerin Karen Carpenter 1983 an den Folgen ihrer Magersucht starb, war Anorexia nervosa den wenigsten Menschen ein Begriff. Heute engagieren sich nahmhafte Modemacher und Fotografen in der “Nolita”-Kampagne - und dennoch steigt die Zahl der Erkrankten. Warum?

Popularpsychologen kritisieren in diesem Zusammenhang häufig das vermeintlich magere Schönheitsideal des Westens (bzw., aller Staaten, in deren Kinos Hollywoodfilme laufen…). Das mag einerseits richtig sein. Andererseits unterschlägt es einen Aspekt, der besonders im Hinblick auf dauerhafte Magersucht entscheident ist: Die Sogwirkung, die Suchtwirkung der Krankheit.

Ein verkehrtes Schönheitsideal mag der Auslöser sein - aber im forgeschrittenen Stadium ist die Magersucht tatsächlich eine Sucht; ein autarker Kreislauf, der mitunter erst im Tod endet. Sie bezeichnet ein autoagressives Verhalten und unterscheidet sich in diesem Sinn nicht einmal stark von “klassischem” regressiven Verhalten wie Rauchen und Trinken, bloß, dass letztere gesellschaftlich anerkannt sind.

Die verschiedenen “Pro-Ana”-Foren im Internet dienen Erkrankten als Austauschsorte; allerdings nicht auf dem Weg zur Heilung, sondern im Gegenteil, um sich selbst in der Magersucht zu bestärken. Darin finden sich Anleitungen, um den Hunger zu bekämpfen, Gedichte und Lieder, Fotos etc.; sogar die “10 Gebote” der “Pro-Ana”-Bewegung.

Was Freud wohl dazu sagen würde? Der Thanatos, der Todestrieb, als Lifestyle.



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