Systemischer Lupus erythematodes (SLE) – Verlauf und Behandlung

Wer an systemischem Lupus erythematodes erkrankt ist, sollte sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. Der Verlauf der Autoimmunerkrankung kann sehr unterschiedlich sein und auch die Behandlung von SLE hängt von den individuellen Beschwerden ab.

Die am häufigsten auftretende Form von Lupus ist der so genannte systemische Lupus erythematodes, kurz auch SLE genannt. Er betrifft vor allem Frauen im gebärfähigen Alter und kann auf sehr unterschiedliche Weise verlaufen. Ähnlich wie der Verlauf der Autoimmunkrankheit ist auch die Art der Behandlung individuell verschieden.

Systemischer Lupus erythematodes – Verlauf

SLE kann sehr mild, aber auch so schwer verlaufen, dass die Erkrankung unbehandelt zum Tod führt. Ungefähr zwei Drittel der Patienten sind einem schubweisen Verlauf der Krankheit unterworfen. Von diesen Betroffenen sind etwa die Hälfte zwischen den Schüben (weitgehend) beschwerdefrei, während die andere Hälfte auch in dieser Zeit an Krankheitsbeschwerden leidet. Bei etwa einem Drittel der SLE-Patienten nimmt die Erkrankung einen chronisch-schleichenden Verlauf.

Da die durch den SLE ausgelösten Symptome und Erkrankungen mit Hilfe von Medikamenten und Maßnahmen therapiert werden können, ist die Lebenserwartung der Betroffen mittlerweile fast so hoch wie die von Nicht-Betroffenen. Lupus-Patienten sollten sich jedoch regelmäßig untersuchen lassen, um das Fortschreiten der Krankheit (etwa einen Übergriff auf Organe) zu überprüfen und eventuell die Behandlung mittels Medikamenten oder anderweitigen Therapeutika neu einzustellen.

Behandlung des systemischen Lupus erythematodes

Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht möglich, den SLE ursächlich zu behandeln. Deshalb muss sich die Behandlung der Autoimmunerkrankung auf die Linderung der Beschwerden beschränken. Die Gabe von Medikamenten richtet sich nach der individuellen Verfassung des Patienten. Bei sehr milden Fällen des systemischen Lupus erythematodes ist zunächst oft gar keine Therapie erforderlich. Sind schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (beispielsweise zur Linderung von Gelenkschmerzen) notwendig, können Schmerzmittel (nichtsteroidale Antirheumatika [NSAR]) verordnet werden. Bei Problemen mit den Gelenken, aber auch der Haut, werden ferner Antimalariamittel (Chloroquin) eingesetzt. Können diese Mittel die Schmerzen nicht vollständig lindern, ist der Einsatz von Glukokortikoiden möglich. Kortison-Präparate werden jedoch vor allem bei schubweise einsetzenden Beschwerden als kurzzeitige Stoßtherapie eingesetzt, da sie ihre Wirkung vergleichsweise schnell entfachen. Ansonsten stehen Immunsuppressiva, die das Immunsystem der SLE-Patienten unterdrücken und so die Entwicklung der Krankheit hemmen sollen, sowie in besonders schweren Fällen auch Zytostatika, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen, zur Verfügung.

Neben der Behandlung mit Medikamenten können für Patienten mit systemischem Lupus erythematodes begleitende Maßnahmen wie Meidung des Sonnenlichts, Reduzierung des Blutdrucks und physikalische Therapien lindernd wirken, während in schwereren Fällen auch Verfahren wie Blutwäsche (Plasmapherese), Anti-B-Zelltherapie und Stammzelltransplantation in Frage kommen.

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