Stickoxid-Rechner gibt Belastung in der Umgebung an

Jülich – Wie sehr muss der Ausstoß von Abgasen im Verkehr in meiner Umgebung sinken, damit die gesetzlichen Luftschadstoff-Grenzwerte unterschritten werden?

In der Debatte um Grenzwerte können sich Menschen in Deutschland mit einem Online-Rechner des Forschungszentrums
Jülich darüber informieren. Nutzer können zudem herausfinden, wie sich die Stickoxid-Belastung in den letzten Jahren entwickelt hat, teilte das Forschungszentrum mit.

Der
Rechner soll demnach anschaulich für jede Messstation in Deutschland für Klarheit sorgen. Es werden die offiziellen Messwerte für Stickstoffdioxid der vergangenen zehn Jahre des Umweltbundesamtes ausgewertet. «Mit dem Tool kann man ganz einfach ablesen, wie sich die Jahresmittelwerte im zeitlichen Verlauf geändert haben und ob bisherige Reduktionsmaßnahmen erfolgreich waren», erklärte Martin Schultz, der das Tool mitentwickelt hat.

In der öffentlichen Diskussion würden fast nur die gemessenen Stickstoffdioxid-Werte genannt, sagte Franz Rohrer vom Forschungszentrum Jülich. Dadurch entstünden aber ganz falsche Vorstellungen davon, wie stark man die Emissionen im Verkehr eigentlich senken müsste. «Wenn 50 statt wie erlaubt 40 Milligramm pro Kubikmeter gemessen werden, dann bedeutet das nicht, dass die Emissionen um 20 Prozent zurückgehen müssen. Tatsächlich sind es eher 40 Prozent.»

Stickoxide stammen in Städten nach Angaben der Forscher überwiegend von Diesel-Fahrzeugen. In Deutschland ist eine Debatte um die Luftschadstoff-Grenzwerte, die zu Fahrverboten führen können, entstanden.

Fotocredits: Sebastian Gollnow
(dpa)

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