So unterscheiden sich depressive Verstimmung und Depression

Der Begriff „Depressionen“ ist sehr weit gefasst und beinhaltet die verschiedensten Krankheitsbilder, die sich nach Ursachen, Auslöser und Dauer unterscheiden. Trotz der zunehmenden Anzahl der Betroffenen muss in die Erforschung dieser sehr gefährlichen und noch immer unterschätzten Krankheit nach wie vor viel investiert werden, um neue und effiziente Behandlungsansätze erarbeiten zu können.
So unterscheiden sich depressive Verstimmung und Depression

Depressive Verstimmung oder Depression?

Von einem Stimmungstief, das sich für längere Zeit auf das Gemüt legt, kann jeder Mensch heimgesucht werden. Meist stellen Betroffene diese depressive Verstimmung nach einschneidenden Ereignissen, bei Verlusten und Krankheiten, aber auch nach Konflikten fest. Leichtere Verstimmungen vergehen dann nach zehn bis 14 Tagen und das gewohnte Lebensgefühl stellt sich wieder ein. In Trauerfällen können sich diese Episoden auch länger hinziehen, denn die Bewältigung von Trauerarbeit nimmt einige Zeit in Anspruch. Ist die depressive Verstimmung aber tiefer gehend, prägen Traurigkeit und Kraftlosigkeit das alltägliche Leben, dann besteht die Gefahr, dass sich aus einer depressiven Verstimmung eine ernsthafte Depression entwickelt. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und sind Gegenstand einer intensiven Forschung, wie beispielsweise durch den renommierten Prof. Florian Holsboer.

Vielfältige Ursachen

Aktuell wird in der Diagnose nach depressiven Episoden und der wiederkehrenden depressiven Störung unterschieden und diese in leicht, mittelschwer und schwer eingestuft. Um die Behandlung gezielt ansetzen zu können, ist eine genaue Ermittlung der Ursachen erforderlich, wobei es sich meist nicht nur um eine handelt. Neben einer genetischen Disposition spielen auch soziale, physiologische und andere Komponenten eine Rolle bei der Entstehung einer depressiven Verstimmung, die in eine Depression münden kann. Prof. Florian Holsboer fasst deshalb die Erkenntnisse aus mehreren Disziplinen, wie zum Beispiel Genforschung, Biochemie, Psychiatrie, zusammen, um für diese schwere Erkrankung Medikamente zu entwickeln, die ganz andere Ansatzpunkte als die heutigen haben. Das macht er als Teil seines Jobs als Leiter des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München, aber auch zusammen mit seinem Geschäftspartner Carsten Maschmeyer im Rahmen des Unternehmens HolsboerMaschmeyer NeuroChemie.

Alarmsignal depressive Verstimmung

Eine depressive Verstimmung klingt in vielen Fällen innerhalb von zwei Wochen von alleine wieder ab. Sollte dies nicht der Fall sein, ist die Konsultation eines Arztes dringend angeraten, um die oft vielfältigen Ursachen zeitig erkennen und behandeln beziehungsweise abstellen zu können. Gibt es eine genetische Vorbelastung in der Familie, erhöht sich das Risiko einer Erkrankung an einer Depression um ein Vielfaches.

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