Sind Sie noch ganz Ohr?

Ein gutes Hörvermögen ist die Voraussetzung dafür, mitten im Leben zu stehen. Vielen Menschen wird das erst bewusst, wenn bereits deutliche Einschränkungen spürbar sind – der Fernseher muss immer mal wieder einen Tick lauter gestellt werden, Gespräche in größeren Runden sind anstrengender als früher und immer öfter muss man sein Gegenüber bitten, das Gesagte noch einmal zu wiederholen. Vielen Betroffenen ist das ausgesprochen unangenehm, im Job ebenso wie in der Familie und Freizeit. Damit es nicht so weit kommt, sollte ein Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker zum jährlichen Vorsorgeprogramm gehören – und das nicht nur bei Menschen über 50.

Gutes Hören ist keine Frage des Alters

Ganz häufig sind es nicht die Betroffenen selbst, die einen Hörverlust bemerken, denn der Prozess beginnt meist schleichend. Oft fällt es zunächst in der Familie und am Arbeitsplatz auf – oder in der Schule. Denn Kinder und Jugendliche laufen vor allem durch das stundenlange Tragen von Kopfhörern an Smartphone und MP3-Player zunehmend Gefahr, ihr Gehör nachhaltig zu schädigen. Ab ca. 40 Jahren lässt das Gehör naturgemäß langsam nach. Einen ersten Selbsttest kann man zum Beispiel über das Online-Portal www.ich-will-hören.de machen. Hier findet man außerdem unabhängige Informationen rund um das Thema „Besser hören“ sowie ein breites Netzwerk an Hörspezialisten in der Nähe. Auch unter der telefonischen Hotline 0511-5420441 wird Interessierten weitergeholfen.

Die richtige Technik

Hörminderung ist nicht gleich Hörminderung. Je nachdem, wo die Ursache liegt, können unterschiedliche Geräte das Hörvermögen wieder voll herstellen oder deutlich verbessern. In vielen Fällen genügt ein Hörgerät, das entweder hinter dem Ohr oder im Gehörgang getragen wird. Ist der Hörverlust sehr stark, kann ein sogenanntes Cochlea-Implantat (CI) die Lösung sein. Es reicht bis in die Hörschnecke (lateinisch cochlea) im Mittelohr und wandelt akustische Signale in elektrische Impulse um, die der Hörnerv an das Gehirn weiterleitet. Daneben gibt es auch weitere implantierbare Hörlösungen wie das „Baha“, das den Schall über den Knochen leitet, oder das Mittelohrimplantat „Carina“. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die vollen Kosten, wenn das Hörimplantat medizinisch angebracht ist.(djd).

Foto: djd/www.ich-will-hoeren.de/Kris Finn

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