Sehstärke operativ wiederherstellen : Wie weit ist die Technik

Im Jahr 1987 wurde der Laser erstmals eingesetzt, um die Brechkraft des Auges zu verändern und die Sehstärke so wiederherstellen zu lassen. Zahlreiche Komplikationen zeigten seitdem jedoch auf, dass eine operative Korrektur des Auges mit hohen Risiken verbunden ist. Nach mehr als zwei Jahrzehnten gilt es bei neuen Methoden nun allerdings, die Wirkungsweise und die damit verbundene Fehlerquote erneut zu überprüfen.

Abtragung von Gewebe

Das grundlegende Wirkungsprinzip unterscheidet sich bei heutigen Methoden nur kaum. So wird stets versucht, das Hornhautrelief durch den Einsatz eines Hochleistungslasers zu verändern. Mit einem Computer wird eine spezielle Gewebeschicht am Auge dazu bis auf den tausendstel Millimeter genau abgetragen. Das Gewebe befindet sich in der Hornhaut (Stroma), einer Schicht unter dem Deckhäutchen. Abhängig von der Sehschwäche unterscheidet sich dabei der Schnitt. Bei einer Kurzsichtigkeit wird die Hornhaut zentral abgeflacht, wodurch der verlängerte Augapfel ausgeglichen werden kann. Im Falle einer Weitsichtigkeit wird die Hornhaut hingegen aufgestellt, indem sie an den Seiten „ausgegraben“ wird.

Vorgehensweisen bei der Abtragung

Unmittelbar über der Hornhaut befindet sich eine feine Hautschicht, das Epithel. Dieses ist dafür verantwortlich, die Hornhaut vor Schäden zu schützen und sie mit Flüssigkeit zu versorgen. Da sie gleichzeitig auch eine nervenführende Schicht ist, darf sie durch den Laser nicht verletzt werden. Um die Hornhaut dennoch abtragen zu können, gibt es zwei Verfahren der Laserung. Bei der ersten Vorgehensweise wird das Epithel als Ganzes entfernt, woraufhin es nach der Operation wieder verlegt wird. Bei der zweiten Vorgehensweise wird die Hornhaut seitlich angehoben, woraufhin sie nach der Abtragung wieder zurückgesetzt wird. In diesem Falle wird das Epithel nicht berührt. Beide Verfahren finden bei der operativen Korrektur des Auges gleichermaßen eine Anwendung.

Langzeitnebenwirkungen nicht bekannt

Dank der Computertechnologie ist es heute mit einer geringen Fehlerquote möglich, eine Korrektur in weniger als 30 Sekunden zu erreichen. Mit neuen Methoden können zudem wesentlich präzisere Ergebnisse erreicht werden. Aufgrund der fehlenden Erfahrung können Langzeitnebenwirkungen allerdings nicht ausgeschlossen werden. Daher ist es heute nach wie vor üblich, alternativ Kontaktlinsen zu tragen. Informationen zum Thema Kontaktlinsen erhalten Sie hier.

Image by matttilda – Fotolia

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