Neuer Malaria-Impfstoff gibt Grund zur Hoffnung

Erstmals hat sich ein Impfstoff gegen Malaria bewährt. Forscher haben zum ersten Mal nach fast 30 Jahren einen Impfstoff entwickelt, der bei knapp der Hälfte der Probanden Wirkung zeigte.

Was wäre wenn es einen Malaria-Impfstoff gäbe, der jährlich über 280.000 Menschen das Leben retten könnte? In sieben afrikanischen Ländern haben Forscher an 15.460 Kindern in zwei Alterskategorien einen neuen Malaria-Impfstoff getestet. Die Zwischenergebnisse für die Gruppe der 5-17 Monate alten Kinder liegen jetzt vor und geben Grund zur Zuversicht.

Ein Malaria-Impfstoff mit bis zu 56% Wirkung

Rund eine Millionen Menschen sterben jährlich an Malaria. Malaria ist somit eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten. Jährlich erkranken laut Weltgesundheitsorganisation zwischen 300 und 500 Millionen Menschen an Malaria. Bei etwa einer Million verläuft die Krankheit tödlich, wobei sich 90% der Malariainfektionen auf den afrikanischen Kontinent beschränken. Nun haben Forscher zum ersten Mal einen Impfstoff entwickelt, der bei über 50% der Kinder, an denen er getestet wurde, gewirkt hat. Zwar wird ein Impfstoff meistens erst ab einer Erfolgsquote von 80-90% hergestellt, aber in Anbetracht der Infektionszahlen wäre eine Überlebenschance für einige Hundertausende schon erfolgreich.

Der Impfstoff (RTS, S), an dem seit mittlerweile 25 Jahren geforscht wird, wird nun seit 2009 an 15.460 Kindern getestet. Die eine Gruppe der Kinder, die Säuglingsgruppe, war zwischen 6-12 Wochen alt, während die andere Gruppe, 6000 Kinder, deren Ergebnisse jetzt vorliegen, zwischen 5-17 Monaten alt war. Den Kindern wurde von 2009 bis 2011 zufallsgesteuert, aufgeteilt auf drei Dosen, entweder der Impfstoff RTS, S oder ein Placebo gespritzt. Nach der Gabe des Wirkstoffs bzw. des Placebos, wurden die Kindern 12 Monate beobachtet.

Die Ergebnisse: Der Wirkstoff ist vielversprechend

Die Ergebnisse wurden auf zwei Arten kontrolliert: Wurde durch die Impfung das Risiko, an Malaria zu erkranken, reduziert? Und wurde die Zahl der schweren Malariaerkrankungen gesenkt? Das allgemeine Risiko konnte tatsächlich um 56% verringert werden, während das Risiko, an einer schweren Malaria zu erkranken, um 47% sank.

Der Impfstoff, der ein Protein des Malariaerregers Plasmodium falciparum ist und ein Adjuvanz (Wirkverstärker) enthält, löst eine Produktion von Antikörpern aus, die verhindern, dass Parasiten die Leber erreichen. Weiterhin besonders ist, dass der Wirkstoff eine T-Zell-Antwort auslöst, die schon infizierte Leberzellen abtötet. In dieser Beziehung ist der Malaria-Impfstoff RTS, S der erfolgversprechendste Wirkstoff seit über 30 Jahren.

Für die Zukunft: Forschen, forschen, forschen!

Natürlich ist eine 56%ige Wirkung für Forscher nicht unbedingt befriedigend. Doch wenn allein in Afrika fast alle 30 Sekunden ein Kind an den Folgen einer Malariaerkrankung stirbt, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Es bleibt zunächst abzuwarten, was die Auswertung der Säuglingsgruppe zeigt. Außerdem ist, so erfolgsversprechend der Wirkstoff auch ist, bislang noch nicht bekannt, wie lange er anhält. Auch litten einige Kinder an (epileptischen) Anfällen. Hierbei ist die Rolle, die der Impfstoff spielt, noch nicht untersucht worden.

Für dieses Projekt bekamen die Forscher bereits Milliarden von der Bill & Melinda Gates-Stiftung. Es bleibt zu hoffen, dass die Forscher weiterhin finanziell unterstützt werden, so dass die Arbeit an dem lebensrettenden Wirkstoff erfolgreich fortgesetzt werden kann.

Mediziner