Mein PKW und ich – Werkstattprobleme sind doch die Schönsten

Was waren das für Zeiten! Als ich mit meinem VW Golf, vom Vorbesitzer tiefergelegt und in blau, durch die Stadt gebrettert bin. Nichts konnte mich aufhalten, kein Berg war zu steil, kein Bürgersteig zu hoch und keine Kurve zu eng für dieses traumhafte Automobil.

Aber ich musste mich ja anpassen. Hätte ich doch auf die weisen Stimmen gehört. „So ein Auto findest du nie wieder!“ sagten sie. „Wozu brauchst du denn ein neues?“ fragten sie. Diese Stimmen sind die gleichen, die mir ab und an zuflüstern, ich solle doch etwas langsamer laufen, wenn ich bei Rot mitten durch den Verkehr zur gerade abfahrenden Tram sprinte. Sie schreien auch jedes Mal panisch auf, wenn ich im Begriff bin, eine für meinen Geldbeutel ungesunde Investition zu tätigen. Also einmal pro Monat…

Naja. Jedenfalls habe ich jetzt einen Fiat. Punto. Keinen Vw Polo. Das wäre ja vernünftig. Ne, ich hab mir einen Wagen gekauft, der von einer Firma produziert wird, deren Bosse von meinen Eltern noch mit Nudel-Überkonsum-Klischees in Verbindung gebracht wurden. Und, was soll ich sagen: Erwartungsgemäß gefällt dem Italiener das deutsche Klima nicht.

Mit der Lenkung ist irgendwas nicht in Ordnung. Schwammig und unkorrekt. Der Motor macht ein komisches Geräusch. Ich trau mich nicht, das Auto in die Werkstatt zu bringen, weil da was mit den Ventilen kaputt sein könnte und ich gehört hab, dass das echt teuer kommt. Zu allem Überfluss bekomme ich jede Woche eine Werbebroschüre meiner lokalen Werkstatt ins Haus, die mich aktiv an mein Autoproblem erinnert.

Wäre ich doch bei meinem Golf geblieben…

Mediziner