Lebensabend in Thailand – Das müssen Sie aus medizinischer Sicht wissen

Autor: Mediziner

Beim Gedanken, ihren Lebensabend in Thailand zu verbringen, entstehen im Kopf vieler zukünftiger Rentner paradiesische Bilder: Hängematte unter Palmen, einsame Sandstrände, farbenprächtige Ortschaften, entspanntes Beisammensein mit Freunden und Altersgenossen. Tatsächlich sind die Rentenzahlungen ins Ausland laut Deutscher Rentenversicherung in den letzten zehn Jahren um 35 Prozent gestiegen. Thailand ist zu einem der beliebtesten Altersruhesitze geworden, auch weil die Lebenshaltungskosten dort deutlich unter den unseren liegen. Aber wie ist es um die medizinische Versorgung bestellt? Und was gilt es bei der Krankenversicherung zu beachten?
Ein thailändischer Strand

Medizinische Versorgung in Thailand

Die medizinische Versorgung in Thailand lässt sich, auch aus europäischer Sicht, als gut bis sehr gut bezeichnen – zumindest im Umland touristischer Hochburgen wie Bangkok, Pattaya und Phuket. Hier stehen private Kliniken, die sich sowohl personell als auch technisch auf dem neuesten Stand befinden und mit Krankenhäusern in Deutschland konkurrieren können. Nicht umsonst hat sich daher auch in Thailand in den letzten Jahren eine Art „Medizintourismus“ entwickelt, wo Leute aus aller Welt für spezielle Operationen nach Thailand kommen. Meistens natürlich für Schönheitsoperationen oder für Zahnersatz. Operationen dieser Art sind müssen natürlich aus der eigenen Tasche bezahlt werden aber sie sind auch billiger als etwa in Deutschland. Auf dem Land allerdings entspricht die medizinische Versorgung nicht immer europäischen Standards. Dort fehlen oft auch englisch beziehungsweise französisch sprechende Ärzte.

Krankenversicherung in Thailand

Wer seinen Lebensabend in Thailand verbringen will , kann eine entsprechende Auslandskrankenversicherung (AKV) abschließen, die Zeiträume von ein und fünf Jahren abdeckt. Erhältlich sind solche Policen ab ca. 25,- Euro im Monat pro Person. In den meisten Fällen lässt sich eine solche AKV nach Ablauf einfach durch einen Neuabschluss verlängern. In manchen Fällen kann sich die Versicherung aber auch zunächst eine Verlängerung ablehnen – wenn die Versicherung oft in Anspruch genommen wurde oder neue Krankheiten aufgetreten sind, die auf dem Antrag zur Erstversicherung noch nicht angegeben wurden. Zuweilen muss im Schadensfall auch ein ärztliches Attest mit eingereicht werden, welches bestätigt, dass zum Zeitpunkt der Einreise die Krankheit noch nicht bekannt war. Zu bedenken ist auch, das die allermeisten günstigen AKV einen Wohnsitz in Deutschland voraussetzen.

Was passiert mit der deutschen Versicherung?

Wer freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse oder privat versichert ist, kann seine Versicherung für die Dauer des Auslandsaufenthaltes in eine Anwartschaft umwandeln. Das kostet derzeit knapp 50 Euro im Monat und enthält die Pflegeversicherung. Allerdings besteht während der Anwartschaft kein Anspruch auf Leistungen in Deutschland. Die Anwartschaft kann nach der Rückkehr nach Deutschland wieder in eine normale Versicherung zurück gewandelt werden. Das gilt allerdings nicht für Personen, die in Deutschland weiterhin Einkünfte von einem Arbeitgeber beziehen oder Personen, die in Deutschland gemeldet sind und auch ihre Rente dort beziehen – diese können sich nicht bei der KV abmelden oder die Mitgliedschaft in eine Anwartschaft umwandeln.

Rentner, die sich komplett abmelden, also auch keinen Wohnsitz mehr in Deutschland haben und sich ihre Rente von der Rentenversicherung ins Ausland überweisen lassen, zahlen im Regelfall auch keine Krankenversicherungsbeiträge mehr. Hier sollte zuvor ein Beratungstermin mit der Rentenversicherung vereinbart werden.

Foto: Fotolia, 6047267, Maria Petrova


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