Epilepsie – eine Gehirnerkrankung

Fälschlicher Weise wird ein einmaliger epileptischen Gelegenheitsanfall sofort mit Epilepsie gleichgesetzt. Epilepsie (lat. eplilepsia, Anfall, Übergriff, Krampfleiden oder Fallsucht) wird medizinisch seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen – man spricht jedoch erst von einer Epilepsie, wenn sich die epileptischen Anfälle mehrfach wiederholen. Bei der Epilepsie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die mit Krampfanfallen, die spontan auftreten, einhergeht.

Forschung

Für den spontanen epileptischen Anfall gibt es keine klar definierten Ursachen – in der Epilepsie-Forschung an der Universität Bonn untersuchen die Wissenschaftler, welche Reaktionen im Gehirn für die Anfälle ursächlich sind. Dabei erforschen sie in verschiedenen Studien, wie die einzelnen Hirnregionen miteinander kommunizieren und wie sie sich beim „Anfall“ verändern. Die Anfälle wirken oft auf Außenstehende, wegen der Verkrampfung und des Fallens der Betroffenen, dramatisch und besorgniserregend, jedoch klingen die epileptischen Anfälle recht schnell ab. Als Ursache der Epilepsie wird bisher davon ausgegangen, dass Epilepsie durch eine, nicht kontrollierbare, elektrische Entladungen im Gehirn (Nervenzellen), ausgelöst wird und zu den Anfällen führt. Man unterscheidet zwischen der idiopathischen und symptomatischen Epilepsie. Für die idiopathischen Epilepsie können wissenschaftlich, wie bereits erwähnt, noch keine klar definierten Ursachen ausgemacht werden – hier liegt keine krankhafte Gehirnveränderung vor. Bei der symptomatischen Epilepsie ist eine Gehirnerkrankung bzw. –schädigung nachweisbar. Neben den Arten der Epilepsie gibt es auch verschiedene Anfallsarten: fokale (entstehen an einem bestimmten Ort im Gehirn- der Anfall ist auf bestimmte, partielle Körperteile bzw. –regionen begrenzt) und generalisierte Anfälle (gehen vom gesamten Gehirn oder von Anteilen aus beiden Gehirnhälften aus – der Anfall konzentriert sich auf den gesamten Körper).

Epileptische Anfälle

Bei der Epilepsie, mit epileptischen Anfällen, verliert der Betroffene das Bewusstsein, er verkrampft und zeigt unkontrolliertes Zucken, Schmatzen usw. Bei diesen Anfällen besteht ein großes Verletzungsrisiko, was bei Sturz durch Anstoßen ausgelöst wird. Nicht jeder der Anfälle ist mit Bewusstlosigkeit gepaart, hier kann es z. B. nur zu unkontrollierten Zuckungen (Arme, Beine) kommen.
Gefährlich und lebensbedrohlich kann eine kurz aufeinanderfolgende Serie epileptische Anfälle sein (Status epilepticus), wo wichtige Körperfunktionen und das Bewusstsein nicht mehr voll gewährleistet sind. Um dem Epileptiker bei einem Anfall zu helfen, gilt es stets besonnen und ruhig zu reagieren. Es empfiehlt sich, auf die zeitliche Dauer des Anfalles zu erfassen – hält der epileptische Anfall länger als fünf bis zehn Minuten an oder das Gesicht hat eine bläulich Farbe angenommen oder eine Verwirrtheit des Patienten zu erkennen ist, ist ein Arzt um Hilfe zu bitten. Gegenstände, die ein Verletzungsrisiko in sich bergen, sind weit weg zu räumen, auch sollte der Betroffene nicht festgehalten werden, denn damit erhöht sich die Gefahr einer Verletzung für alle „Außenstehende“. Das Lockern der Kleidung verschafft dem, an Epilepsie erkrankten Patienten während seines Anfalls eine bessere Atemmöglichkeit und bequemeres Liegen. Der Betroffene muss während seines Anfalls weder beamtet noch muss ihm etwas zwischen die Zähne geschoben werden. „Gaffer“ sind nicht erwünscht uns sofort weg zu schicken. Erlangt die, an Epilepsie erkrankte Person nach dem Anfall wieder das Bewusstsein, sollte man sofort nach seinem gesundheitlichen Befinden fragen und Hilfe anbieten.

Diagnose

Zur Diagnose der Epilepsie werden zum einen die Erläuterungen der Angehörigen und der Patienten gewertet und zum anderen erfolgen Untersuchungen, wie das EEG (Elektroenzephalogramm), das CT (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie, Kernspintomographie) und gezielte Blutuntersuchungen. Erfolgt die Diagnose „Epilepsie“ kann vor allem bei einer idiopathischen Epilepsie ein guter Erfolg durch regelmäßige und kontrollierte Medikamentenreichung erzielt werden, so dass Patienten, die an Epilepsie erkrankt sind, nach etwa zwei Jahren beschwerdefrei sein können und ein ganz normales Leben im privaten und beruflichen Bereich führen können. Wichtig ist bei Epilepsie, dass die Betroffenen in ihrem privaten, beruflichen und sozialen Umfeld die gebührende Unterstützung und volles Verständnis erfahren.

Foto: Andrea Danti – Fotolia

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