Demenz: Pflege durch Angehörige?

Demenz ist eine schwierige Krankheit, die sowohl den Patienten als auch den Pflegern einiges abverlangt. Wenn Angehörige die Pflege übernehmen wollen, müssen sie sich gut vorbereiten.

Vor allem die Tatsache, dass eine Demenz mit einer starken Persönlichkeitsveränderung einher gehen kann, macht es für Angehörige schwierig, die Pflege aus zu führen.

Demenz und die Anforderungen für Pfleger

Als Pfleger muss man in der Lage sein, alle Einschränkungen des Patienten aus zu gleichen. Das können alltägliche Erledigungen sein (Einkauf, Behördengänge, Haushalt), aber auch medizinische und hygienische Betreuung (Hilfe beim Baden, bei Inkontinenz auch dahingehend sanitäre Hilfe bzw. Anlegen der Windelhosen etc., Verabreichung und Kontrolle der Medikamente) und verlangt außerdem die psychologische Sensibilität, die die Krankheit erfordert.

Besonders Familienmitglieder, die einen Demenzfall betreuen wollen, sollten sich vorher genau informieren. Je mehr sie über die Krankheit wissen, desto eher können sie sich der Pflege widmen, so dass Symptome und wechselnde Charakterzüge sie nicht zu sehr belasten und aus der Bahn werfen.

Nähe und Abstand

Einen Vorteil bietet die Pflege eines Demenz-Kranken durch die Angehörigen natürlich auf der zwischenmenschlichen Ebene, da der Erkrankte einen Bezugspunkt hat und die emotionale Nähe leichter zu etablieren ist. Der psychische Druck auf den Pfleger kann auch verringert werden, wenn er sich immer bewusst ist, dass aggressive Phasen, unlogisches Verhalten und Gedächtnislücken weniger persönlich gemeint sind, sondern vielmehr die ängstlichen Reaktionen des Patienten auf die Veränderungen dar stellen.

Bei aller Nähe zum Kranken sollte sich der Betreuer – vor allem, wenn es ein Familienangehöriger ist – dennoch seine eigenen Freiheiten nehmen und auch mal abschalten. Die Pflege eines Patienten soll keine Selbstaufgabe sein und wenn es zu viel wird, sollten zumindest zeitweise professionelle Pfleger in Betracht gezogen werden, vor allem, wenn Folgeerkrankungen wie Depression, hoher Gewichtsverlust und Wahnvorstellungen auftreten, die eine spezielle Behandlung benötigen.

Mediziner