Craniomandibuläre Dysfunktion – Wenn der Kiefer Rückenschmerzen verursacht

Es würde wohl niemand ohne weiteres auf die Idee kommen, einen Zusammenhang zwischen dem Gebiss und dem Rücken herzustellen. Doch wer dauerhafte Rückenprobleme mit Wärmebehandlungen nicht in den Griff bekommt, sollte sich auf eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) hin untersuchen lassen. Der Auslöser nämlich könnte der Kiefer sein.
Rückenschmerzen

Permanenter Druck auf den Kiefer kann auch den Rücken belasten

Der menschliche Kiefer besitzt ein überdurchschnittlich großes Kraftpotenzial. Nicht nur wird beim Kauen oder Reden der Kiefermuskel extrem beansprucht. Auch bei Stress, innerer Unruhe oder Zahnfehlstellungen neigen wir dazu, die Zähne zusammenzupressen und erhöhen damit den Druck auf Muskulatur und Knochen. Die permanente Anspannung wirkt auf die einzelnen Faszien, die eng miteinander in Verbindung stehen. So kann sich der Druck bis in den Rücken und sogar in das Knie ausdehnen.

Rückenschmerzen können beim Kieferorthopäden behandelt werden

Habt ihr Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes oder stellt ihr knackende Geräusche dabei fest, können dies erste Hinweise auf Kieferprobleme sein. Werden die Beschwerden auf eine Fehlstellung des Kiefers zurückgeführt, kann der Fehlbiss mit einer sogenannten Aufbiss-Schiene korrigiert werden. Diese prothesenartige Kunststoffauflage wird genauestens an euren Zahnbogen angepasst. So wird der Kiefer entlastet und die Muskelverspannungen lösen sich. Darüber hinaus können begleitende physiotherapeutische Maßnahmen, aber auch Einlegesohlen dazu beitragen, dauerhaft die Wirbelsäulenstatik zu verbessern.

Bild: drubig-photo – Fotolia

Mediziner