» Sucht

Autor: Michael

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat eine Studie der Universiät Greifswald zum Verhalten deutscher Frauen in der Schwangerschaft erschreckende Resultate geliefert: Das Institut befragte über einen Zeitraum von 3 Jahren gut 3000 Schwangere. 20 % davon, also jede fünfte, rauchen während der Schwangerschaft weiter.

Die Ausrichtung des Artikels auf die angebliche “Unterschichtsherkunft” der schwangeren Raucherinnen halte ich für Meinungsmache, das Ergebnis an sich aber spricht Bände: Dieses Ergebnis spiegelt drastisch das medizinische Aufklärungsdefizit wieder, welches in manchen Bereichen Deutschlands, gerade bei jungen Leuten, vorherrscht. Rauchen während der Schwangerschaft ist kein Kavaliersdelikt, sondern gefährdet das Kind. Da das Nikotin die Blutgefäße verengt, ist es möglich, dass der Fötus keinen Sauerstoff mehr erhält oder die Nährstoff-Versorgung gestört wird.

Die Folgen sind für die Mutter genauso schlimm wie für das Neugeborene: Das Kind kann im Wachstum zurückbleiben oder dauerhafte Hirnschäden davontragen. Das Problem dabei ist meiner Meinung nach, dass der Aufklärungston von Ärzten meistens neutral und wissenschaftlich ist, wenn man Raucherinnen in der Schwangerschaft vor allem eins sagen sollte:
Hallo, du verkrüppelst dein Kind gerade! Nein, es ist nicht in Ordnung, es ist dumm und es ist vor allem unfair dem Neugeborenen gegenüber, wenn du weiterhin rauchst.

Mir geht es nicht darum, rauchende Schwangere ins Zuchthaus zu sperren oder über den Kamm der Nichtbildung zu scheren, letzteres tut meiner Meinung nach der SZ-Artikel. Die Frage, ob man in der Schwangerschaft raucht oder nicht, ist jedoch unabhängig von allen gesellschaftlichen Diskussionen oder Mainstream-Ansichten bzw der Rebellion gegen diese. Es gibt nur eine Antwort: Es ist dämlich und gefährlich.

Es sollte deswegen keine gesundheitspolitische Diskussion geführt werden, wie der Staat hier regulierend eingreifen kann, das ist unmöglich. Ich sehe die Verantwortung einzig und allein bei der Schwangeren selbst, die nicht wollen kann, dass ihr Kind durch eigene Schwäche schon vor der Geburt zu Schaden kommt.    [...mehr]


Autor: Michael

Magersucht (Anorexia nervosa) und Bulimie (Bulimia nervosa) sind heute, anders als noch vor zwanzig Jahren, weithin bekannte Erkrankungen. Man würde erwarten, dass mit fortschreitender Aufklärung über das Krankheitsbild, den Verlauf und die Symptome die Anzahl der Erkrankungen abnimmt.

Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Als die Sängerin Karen Carpenter 1983 an den Folgen ihrer Magersucht starb, war Anorexia nervosa den wenigsten Menschen ein Begriff. Heute engagieren sich nahmhafte Modemacher und Fotografen in der “Nolita”-Kampagne – und dennoch steigt die Zahl der Erkrankten. Warum?

Popularpsychologen kritisieren in diesem Zusammenhang häufig das vermeintlich magere Schönheitsideal des Westens (bzw., aller Staaten, in deren Kinos Hollywoodfilme laufen…). Das mag einerseits richtig sein. Andererseits unterschlägt es einen Aspekt, der besonders im Hinblick auf dauerhafte Magersucht entscheident ist: Die Sogwirkung, die Suchtwirkung der Krankheit.

Ein verkehrtes Schönheitsideal mag der Auslöser sein – aber im forgeschrittenen Stadium ist die Magersucht tatsächlich eine Sucht; ein autarker Kreislauf, der mitunter erst im Tod endet. Sie bezeichnet ein autoagressives Verhalten und unterscheidet sich in diesem Sinn nicht einmal stark von “klassischem” regressiven Verhalten wie Rauchen und Trinken, bloß, dass letztere gesellschaftlich anerkannt sind.

Die verschiedenen “Pro-Ana”-Foren im Internet dienen Erkrankten als Austauschsorte; allerdings nicht auf dem Weg zur Heilung, sondern im Gegenteil, um sich selbst in der Magersucht zu bestärken. Darin finden sich Anleitungen, um den Hunger zu bekämpfen, Gedichte und Lieder, Fotos etc.; sogar die “10 Gebote” der “Pro-Ana”-Bewegung.

Was Freud wohl dazu sagen würde? Der Thanatos, der Todestrieb, als Lifestyle.



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Autor: Michael

Viele Menschen, darunter immer mehr Jugendliche, verlieren im Umgang mit Alkohol das rechte Maß. Die gesundheitliche Gefahr wird oft unterschätzt.

Alkohol - der Umgang muss erlernt werden © flickr / Wbs 70

663 zum Teil schwerbetrunkene Kinder und Jugendliche hat die Berliner Polizei im Zeitraum von April bis Dezember 2007 aufgegriffen. Das geht aus einer Meldung der Berliner Polizei vom Mittwoch hervor. Gleichzeitig wurde der Prozess gegen den Wirt, der vor rund einem Jahr dem 16-jährigen Lukas W. mehr als 40 Tequila innerhalb einer halben Stunde eingeschenkt hatte, eröffnet. Lukas W. war unmittelbar nach dem vermeintlichen Wetttrinken ins Koma gefallen und vier Wochen später gestorben. Eine neue Studie belegt, dass fast jeder dritte Student ein Alkoholproblem hat.

Das Thema Alkohol und Jugendschutz wird in Deutschland traditionell stiefmütterlich behandelt. Alkoholismus wird allzu oft nicht wie eine Krankheit betrachtet – sondern wie eine Gewohnheit: Manche kauen Kaugummi. Andere trinken. Ähnlich wie bei Magersucht wird dies von Außenstehenden kaum wahrgenommen. Während Amerikaner auf dem in ihrer Verfassung verbürgten Recht zum Waffenbesitz beharren (und Deutsche sich darüber wundern), ist es hierzulande Jugendlichen ab 16 erlaubt, Alkohol in der Öffentlichkeit zu konsumieren – wenn auch keinen Schnaps. Der ist erst frei ab 18. Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten ist jedweder Alkohol, unabhängig von den Volumenprozenten, erst ab 21 erhältlich. Im Gegensatz zu den Amerikanern berufen sich die Deutschen (und die Franzosen, und die Italiener, und die Spanier…) allerdings in der Alkoholfrage nicht auf ihre Verfassung. Sondern auf die Tradition: Wein und Bier, so lautet das Argument, gehören eben irgendwie zur deutschen Kultur dazu.
Der Verfasser dieser Zeilen kommt aus dem Rheingau und kann von der Wein-Tradition buchstäblich ein Lied singen, wenn nicht mehrere. Und weiß: Der Umgang mit Alkohol muss erlernt werden. Erst recht, wenn die Altersbeschränkungen so niedrig sind wie in der Bundesrepublik. Wer einmal bei einer Lese dabeiwar, wer bei Weinfesten und -proben mitorganisiert, wer erlebt, dass der Wein – seit Jahrhunderten – die Menschen ernährt, dem verlangt er einen ganz anderen Respekt ab. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol kann auch mit 16 erlernt werden.

Klar, die geschilderten Bedingungen treffen auf Jugendliche in Wedding nicht zu. Und das ist das Problem: Die Kultur, die den Weinkonsum rechtfertigen soll, existiert oftmals nicht. Im Gegenteil: Zurzeit lebe ich in Berlin; heute morgen, so gegen acht, saß ich in der U-Bahn einem – sonst ganz passabel aussehenden – Mann gegenüber, der seine (erste?) Flasche Bier leerte. Das ist kein Umgang, soviel steht fest. Über seine Gesundheit möchte man keine Spekulationen anstellen.

Statt – wie es momentan wieder vereinzelte Medien fordern – die Gesetze zu verschärfen (sprich: die Altersgrenzen zu erhöhen), sollten wir uns Gedanken über unseren alltäglichen Umgang mit Alkohol machen. Wovon spreche ich konkret? Nun, machen Sie mal am Wochenende einen Spaziergang durch Kreuzberg, und zählen Sie mit, wievielen Menschen – Erwachsenen … – Sie begegnen, die trinkend auf der Straße herum [fügen Sie ein Verb Ihrer Wahl ein].

Ich glaube nicht, dass man an der Altersbeschränkung viel ändern muss. Interessant finde ich aber, beispielsweise, die Praktiken in Irland und den USA, die den Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit – also auf der Straße, in öffentlichen Parks, etc. – verbieten. Diese Maßnahme ist viel unspektakulärer, als sie scheint, und beschneidet durchaus nicht irgendwelche Grundrechte. Andererseits entfaltet sie rasch – und deutlich – Wirkung. Denn die Wahrheit ist: In manchen Gegenden, nicht nur Berlins, beherrscht Alkohol rund um die Uhr das Straßengeschehen. Und ist das ein Vorbild?    [...mehr]


Autor: Michael

Der Jahreswechsel ist ein beliebter Zeitpunkt, um lästige Gewohnheiten wie das Rauchen abzulegen. Leider verfliegen die guten Vorsätze häufig sehr schnell. Das Medizinblog möchte motivieren und zeigt die positiven körperlichen Veränderungen, die bei den frischen Nichtrauchern ganz schnell eintreten.

No Smoking © flickr / andyketNach acht Stunden verbessert sich der Sauerstoffgehalt des Blutes, Körpertemperatur und Herzschlagfrequenz erreichen Nichtraucherwerte.
Nach einem Tag verringert sich das Herzinfarktrisiko bereits geringfügig.
Nach drei Tagen verfeinern sich Geruchs- und Geschmackssinn.
Nach zwei bis drei Monaten steigt die Lungenfunktion um 30 Prozent, die Kondition wird signifikant besser.
Nach einem halben Jahr ist das Herzinfarktrisiko halbiert.
Nach sechs bis neun Monaten sind die Atemwege wieder frei, weil die feinen Härchen in den Lungen, die Fremdstoffe entfernen sollen, nachgewachsen sind.
Nach 5 Jahren gleicht das Herzinfarktrisiko dem eines Nichtrauchers.
Nach 10 Jahren sinkt auch das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, und entspricht nach rund 15 Jahren dem eines Nichtrauchers.    [...mehr]


Autor: Christina

„Ich mache Schluss, ich höre jetzt auf zu rauchen!“

Diesen Satz hat sicher schon jeder Raucher einmal gesagt, nur die wenigsten haben es bisher tatsächlich geschafft. Doch fand allmählich in der Öffentlichkeit ein Umdenken statt, die Freiräume für Raucher wurden allmählich kleiner. Die größte Änderung steht jetzt erst bevor, denn ab 2008 ist es nun so weit: Die Bundesländer setzen das Gesetz zum Nichtraucherschutz um. Fast überall in der Öffentlichkeit ist dann das Rauchen verboten und uneinsichtige Raucher, die es missachten, müssen dann mit Bußgeldern zwischen 50 und 500 Euro rechnen.

Nicht nur die neuen Gesetze sind an sich schon Grund genug mit dem Rauchen aufzuhören. Jeder Raucher weiß, dass es ebenfalls für seine Gesundheit das Beste wäre. Doch wie komme ich los von meiner Sucht?
Rauchen „gleich als Sucht“ zu bezeichnen ist für viele schon übertrieben – ist es nicht eher ein Genussmittel? Doch bewiesen ist, dass Nikotin ein Suchtmittel wie zum Beispiel Alkohol auch ist, deshalb ist es nicht einfach mit dem Rauchen aufzuhören. Der körperliche und psychische Entzug ist für die wenigsten Menschen ganz allein zu schaffen.

Rauchfrei- wirklich besser ? © flickr / motograf

Hat der Raucher erst einmal den Entschluss gefasst mit dem Rauchen aufzuhören, so gibt es für ihn verschiedene Möglichkeiten und Methoden, die ihn bei seinem Vorhaben unterstützen und auch die Entzugserscheinungen (Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden und Nervosität) lindern können. Die psychologische Komponente des Entzuges und eine Verhaltensänderung sollte man mitberücksichtigen, denn damit verringert man das Risiko eines Rückfalls.
Laut der GesundheitsZeitung gelingt es nur 35 % der Raucher, aus eigener Kraft mit dem Rauchen aufzuhören, deshalb sollte der Gang zu einem Arzt der erste Weg sein. Akupunktur, Hypnose, Verhaltenstherapie und Nikotinersatztherapie sind die erfolgsversprechenden Therapien zur Raucherentwöhnung. Viele gesetzliche Krankenkassen wie z.B. Die Techniker-Krankenkasse bieten zudem spezielle Programme an, da Nichtraucher die gesünderen Kunden sind und sich das auch für die Kassen rechnet – für den Ex-Raucher natürlich noch viel mehr!

Weitere Tipps und Informationen:
Selbsthilfegruppen
• Raucherentwöhnung mit spezialisiertem Arzt
www.rauchfrei-durchstarten.de

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