Aus dem Reich der Mythen – Die häufigsten Irrtümer rund um das Thema Durchfall

Etwa jeder dritte Deutsche leidet mindestens einmal im Jahr an Durchfall. Leider sind Durchfallerkrankungen keine Seltenheit: Etwa jeder dritte Deutsche leidet mindestens einmal im Jahr an Durchfall. Die Beschwerden werden als besonders unangenehm empfunden und beeinträchtigen den Alltag. Dennoch kommt es bezüglich der Durchfall-Behandlung immer wieder zu Irrtümern. So kommt es häufig vor, dass Durchfall zu spät oder gar nicht behandelt wird. Folgend werden Mythen aufgezählt, die dazu beitragen können, dass Betroffene ihre Erkrankung verschleppen:

  • Mythos 1: „Durchfall ist ein natürlicher Abwehrmechanismus“ – ein Irrtum!
  • Viele glauben, dass Durchfall eine Abwehrreaktion des Körpers ist, um schädliche Keime auszuspülen. Ein großer Irrtum, denn Durchfall ist lediglich ein Symptom als Folge einer Erkrankung oder Störung der Darmfunktionen. Mögliche Ursachen können beispielsweise Infekte durch Viren und Bakterien sein. Die Abwehr der krankmachenden Keime übernimmt das körpereigene Immunsystem. Um eine Dehydrierung durch Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust zu vermeiden, sollte der Darm schnell wieder in Normalfunktion gebracht werden. Durchfall schwächt den Körper unnötig, so dass auch die Immunabwehr in Mitleidenschaft gezogen und die Regeneration verzögert werden kann.

  • Mythos 2: „Ein Durchfallmittel schließt krankmachende Keime ein“ – falsch!
  • Ein weiterer Aberglaube ist, dass Mittel gegen Durchfall Infektionen im Darm einschließen. Bakterien fühlen sich jedoch gerade im wässrigen Milieu wohl, wo sie sich stärker vermehren können. Durchfallmedikamente sorgen vielmehr für die Regeneration des Darms und sollten nicht unbeachtet bleiben.

  • Mythos 3: „Durchfallmedikamente führen zu Verstopfungen“ – stimmt nicht!
  • Oftmals befürchten Betroffene, dass die Einnahme von Durchfallmedikamenten zu Verstopfung führt. Werden empfohlene Durchfallmittel mit dem Arzneistoff Loperamid entsprechend der Einnahmeempfehlung eingenommen, ist diese Sorge unbegründet. Bedenken Sie jedoch, dass bei Durchfall der Darm häufig komplett entleert ist und es einige Tage andauern kann, bis er sich wieder füllt. Viele Geplagte meinen daher, sie leiden an einer Verstopfung, wenn sie in dieser Zeit keinen Stuhlgang haben.

  • Mythos 4: „Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid sind Notfallmedikamente“ – ein Irrtum!
  • Bei Durchfall gilt: Das lästige Leiden sollte möglichst früh behandelt werden. Die Durchfallbehandlung auf die lange Bank zu schieben, verschlimmert nur das Unwohlsein. Nur bei einer rechtzeitigen Behandlung kann man seinen Alltag wie gehabt bewältigen.

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