Beiträge vom: Januar, 2008

Autor: Michael

Magersucht (Anorexia nervosa) und Bulimie (Bulimia nervosa) sind heute, anders als noch vor zwanzig Jahren, weithin bekannte Erkrankungen. Man würde erwarten, dass mit fortschreitender Aufklärung über das Krankheitsbild, den Verlauf und die Symptome die Anzahl der Erkrankungen abnimmt.

Aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Als die Sängerin Karen Carpenter 1983 an den Folgen ihrer Magersucht starb, war Anorexia nervosa den wenigsten Menschen ein Begriff. Heute engagieren sich nahmhafte Modemacher und Fotografen in der “Nolita”-Kampagne - und dennoch steigt die Zahl der Erkrankten. Warum?

Popularpsychologen kritisieren in diesem Zusammenhang häufig das vermeintlich magere Schönheitsideal des Westens (bzw., aller Staaten, in deren Kinos Hollywoodfilme laufen…). Das mag einerseits richtig sein. Andererseits unterschlägt es einen Aspekt, der besonders im Hinblick auf dauerhafte Magersucht entscheident ist: Die Sogwirkung, die Suchtwirkung der Krankheit.

Ein verkehrtes Schönheitsideal mag der Auslöser sein - aber im forgeschrittenen Stadium ist die Magersucht tatsächlich eine Sucht; ein autarker Kreislauf, der mitunter erst im Tod endet. Sie bezeichnet ein autoagressives Verhalten und unterscheidet sich in diesem Sinn nicht einmal stark von “klassischem” regressiven Verhalten wie Rauchen und Trinken, bloß, dass letztere gesellschaftlich anerkannt sind.

Die verschiedenen “Pro-Ana”-Foren im Internet dienen Erkrankten als Austauschsorte; allerdings nicht auf dem Weg zur Heilung, sondern im Gegenteil, um sich selbst in der Magersucht zu bestärken. Darin finden sich Anleitungen, um den Hunger zu bekämpfen, Gedichte und Lieder, Fotos etc.; sogar die “10 Gebote” der “Pro-Ana”-Bewegung.

Was Freud wohl dazu sagen würde? Der Thanatos, der Todestrieb, als Lifestyle.



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Autor: Michael

Viele Menschen, darunter immer mehr Jugendliche, verlieren im Umgang mit Alkohol das rechte Maß. Die gesundheitliche Gefahr wird oft unterschätzt.

Alkohol - der Umgang muss erlernt werden © flickr / Wbs 70

663 zum Teil schwerbetrunkene Kinder und Jugendliche hat die Berliner Polizei im Zeitraum von April bis Dezember 2007 aufgegriffen. Das geht aus einer Meldung der Berliner Polizei vom Mittwoch hervor. Gleichzeitig wurde der Prozess gegen den Wirt, der vor rund einem Jahr dem 16-jährigen Lukas W. mehr als 40 Tequila innerhalb einer halben Stunde eingeschenkt hatte, eröffnet. Lukas W. war unmittelbar nach dem vermeintlichen Wetttrinken ins Koma gefallen und vier Wochen später gestorben. Eine neue Studie belegt, dass fast jeder dritte Student ein Alkoholproblem hat.

Das Thema Alkohol und Jugendschutz wird in Deutschland traditionell stiefmütterlich behandelt. Alkoholismus wird allzu oft nicht wie eine Krankheit betrachtet - sondern wie eine Gewohnheit: Manche kauen Kaugummi. Andere trinken. Ähnlich wie bei Magersucht wird dies von Außenstehenden kaum wahrgenommen. Während Amerikaner auf dem in ihrer Verfassung verbürgten Recht zum Waffenbesitz beharren (und Deutsche sich darüber wundern), ist es hierzulande Jugendlichen ab 16 erlaubt, Alkohol in der Öffentlichkeit zu konsumieren - wenn auch keinen Schnaps. Der ist erst frei ab 18. Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten ist jedweder Alkohol, unabhängig von den Volumenprozenten, erst ab 21 erhältlich. Im Gegensatz zu den Amerikanern berufen sich die Deutschen (und die Franzosen, und die Italiener, und die Spanier…) allerdings in der Alkoholfrage nicht auf ihre Verfassung. Sondern auf die Tradition: Wein und Bier, so lautet das Argument, gehören eben irgendwie zur deutschen Kultur dazu.
Der Verfasser dieser Zeilen kommt aus dem Rheingau und kann von der Wein-Tradition buchstäblich ein Lied singen, wenn nicht mehrere. Und weiß: Der Umgang mit Alkohol muss erlernt werden. Erst recht, wenn die Altersbeschränkungen so niedrig sind wie in der Bundesrepublik. Wer einmal bei einer Lese dabeiwar, wer bei Weinfesten und -proben mitorganisiert, wer erlebt, dass der Wein - seit Jahrhunderten - die Menschen ernährt, dem verlangt er einen ganz anderen Respekt ab. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol kann auch mit 16 erlernt werden.

Klar, die geschilderten Bedingungen treffen auf Jugendliche in Wedding nicht zu. Und das ist das Problem: Die Kultur, die den Weinkonsum rechtfertigen soll, existiert oftmals nicht. Im Gegenteil: Zurzeit lebe ich in Berlin; heute morgen, so gegen acht, saß ich in der U-Bahn einem - sonst ganz passabel aussehenden - Mann gegenüber, der seine (erste?) Flasche Bier leerte. Das ist kein Umgang, soviel steht fest. Über seine Gesundheit möchte man keine Spekulationen anstellen.

Statt - wie es momentan wieder vereinzelte Medien fordern - die Gesetze zu verschärfen (sprich: die Altersgrenzen zu erhöhen), sollten wir uns Gedanken über unseren alltäglichen Umgang mit Alkohol machen. Wovon spreche ich konkret? Nun, machen Sie mal am Wochenende einen Spaziergang durch Kreuzberg, und zählen Sie mit, wievielen Menschen - Erwachsenen … - Sie begegnen, die trinkend auf der Straße herum [fügen Sie ein Verb Ihrer Wahl ein].

Ich glaube nicht, dass man an der Altersbeschränkung viel ändern muss. Interessant finde ich aber, beispielsweise, die Praktiken in Irland und den USA, die den Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit - also auf der Straße, in öffentlichen Parks, etc. - verbieten. Diese Maßnahme ist viel unspektakulärer, als sie scheint, und beschneidet durchaus nicht irgendwelche Grundrechte. Andererseits entfaltet sie rasch - und deutlich - Wirkung. Denn die Wahrheit ist: In manchen Gegenden, nicht nur Berlins, beherrscht Alkohol rund um die Uhr das Straßengeschehen. Und ist das ein Vorbild?    [...mehr]


Autor: Michael

Der Jahreswechsel ist ein beliebter Zeitpunkt, um lästige Gewohnheiten wie das Rauchen abzulegen. Leider verfliegen die guten Vorsätze häufig sehr schnell. Das Medizinblog möchte motivieren und zeigt die positiven körperlichen Veränderungen, die bei den frischen Nichtrauchern ganz schnell eintreten.

No Smoking © flickr / andyketNach acht Stunden verbessert sich der Sauerstoffgehalt des Blutes, Körpertemperatur und Herzschlagfrequenz erreichen Nichtraucherwerte.
Nach einem Tag verringert sich das Herzinfarktrisiko bereits geringfügig.
Nach drei Tagen verfeinern sich Geruchs- und Geschmackssinn.
Nach zwei bis drei Monaten steigt die Lungenfunktion um 30 Prozent, die Kondition wird signifikant besser.
Nach einem halben Jahr ist das Herzinfarktrisiko halbiert.
Nach sechs bis neun Monaten sind die Atemwege wieder frei, weil die feinen Härchen in den Lungen, die Fremdstoffe entfernen sollen, nachgewachsen sind.
Nach 5 Jahren gleicht das Herzinfarktrisiko dem eines Nichtrauchers.
Nach 10 Jahren sinkt auch das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, und entspricht nach rund 15 Jahren dem eines Nichtrauchers.    [...mehr]